Wenn sie von einem teen-blog hören, der im Monat auf über eine Million Hits kommt, was vermuten Sie dort? Eine Musik-Plattform? Einen schwerpunktlosen Rahmen für Kontakte mit Foren und Chats?
Der Megablog, an den ich denke, ist zwar ein wirklicher teen-blog, der von Teenagern selbstständig organisiert und betrieben wird, aber es geht dort um eine Bewegung, die von den Initiatoren “Rebelution” genannt wird. Gemeint ist eine Rebellion gegen die niedrigen Erwartungen an Teenager in der Gesellschaft und eine Revolution mit dem Ziel, Teenager zu einem Leben als verantwortliche Menschen anzuleiten.
Die Gründer der Kampagne haben ein Buch über ihre Ziele geschrieben, das im Deutschen unter dem Titel “Yes you can” erschienen ist. Sie erzählen dort von früheren Zeiten, in denen 17jährige ganze Kriegsschiffe befehligt haben, das Rote Kreuz erfanden oder wurden offizieller Landvermesser von Culpeper Couny in Virginia. Danach haben die Autoren mal gegoogelt, was sie unter den Stichworten “Teens” und “Erwartungen” finden. Offenbar konnte der Suchautomat nicht glauben, wonach er da suchen sollte und schlug erst mal folgende Kombinationen vor:
Nachdem der Mensch durch die Aufklärung gelernt hat, sich selbst, seine Mitmenschen und die Natur wie Maschinen zu behandeln (vgl. den Beitrag “Gehorsam und Geist“), entstand auf der anderen Seite das offensichtliche Bedürfnis, den verlorenen Transzendenzbezug des Menschen in dunkler und undeutlicher Form nachzubilden. Das Zeitalter des Sturm und Drang betonte das Recht des Individuums auf eigenes Empfinden und die Bedeutung des subjektiven Erlebens. Es entstand der Genie-Kult der Romantik, wobei der Begriff wohl bewusst zwischen Ironie und Ernst laviert und so einerseits die Sehnsucht nach religiöser Verehrung bedient, ohne den aufgeklärten Verstand zu verprellen.
Wer heute ein Opfer ist, möchte das auch bleiben. Niemand gibt freiwillig den Status des Opfers auf. Opfersein, bedeutet „Macht haben“. Wer kein Opfer ist, versinkt in die politische Bedeutungslosigkeit.
Wir haben uns an diese Tatsachen gewöhnt, aber wenn wir uns darüber Gedanken machen, werden sie fragwürdig. Und die erste Frage, die sich dabei stellt ist: wie konnte sich dieser auf den ersten Blick bizarre Opferbegriff entwickeln?
Die Anregung zu dem Thema erhielt ich durch ein „Bulletin“ des Institutes für Jugend und Gesellschaft, das unter dem Thema „Moderne Opferrhetorik“ stand.
Am meisten faszinierte mich ein Auszug aus dem Buch „Ich sah den Satan vom Himmel fallen“ von Rene Girard, der zuletzt an der Stanford Universität als Professor für französische Sprache, Literatur und Kultur tätig war.
Link: http://www.youtube.com/watch?v=xGJWFxdFr1I
Ich liebe Clipinc … mit Clipinc kann ich drei Internet-Radios gleichzeitig aufnehmen … und das alles völlig legal. Allerdings entstehen große Mengen MP3-Songs, welche erst mühsam geschnitten, kategorisiert und bewertet werden wollen. Vor kurzem habe ich daher ca 450 Songs eines BlackMusic-Senders bearbeitet und war entsetzt …. Um es mal positiv auszudrücken: Unter hunderten schrecklichster Gangsta-Rap-Stücken fischte ich zwei absolute 5-SterneSongs heraus: Einmal American Boy von Estelle und dann das unglaublich fantastische “Good Day” von den Nappy Roots, das jetzt bitte mal jeder gleich anhört, um einen richtig schönen Tag zu bekommen :-)
Liebe Kulturpessimisten, die Ihr das hier bis jetzt alles ein wenig zu überschwänglich positiv und belanglos findet … Hier geblieben! … Ihr solltet unbeding weiterlesen, denn Ihr werdet hier in diesem Posting genau das finden was Ihr sucht …
Wir leben in Zeiten wo eine der großen Inovationsquellen der westlichen PopMusik? qualitativ und moralisch im Sterben liegt … ich rede von Black Musik, verseucht von GanstaRappern?, die nur noch von “Niggers” [europäische POP-Kultur-Intellektuelle waren natürlich über alle Maßen begeistert von soviel Subversion] oder “Bitches” reden, schwarze Kinder die ohne Väter aufwachsen … Jungs, die sich gegenseitig abknallen … Es wird immer schlimmer!
Oh ich liebe Black Musik … Tamala Motown … oder OK heute z.B. auch noch bürgerlichen R&B á la Corinne Bailey Rae. Ich liebe Black Musik … aber man hat das Gefühl, dass dieser moralische Niedergang in den schwarzen Communities mit dem musikalischen parallel einhergeht. Schwarze waren in den USA immer schon vor allem in der Unterschicht zu finden. Unterschicht bedeutete damals aber nicht gleich moralischer Verfall, sondern war vor allem bei den Schwarzen geprägt von tiefgläubigen Communities, die über die Gemeinden christliche Werte an ihre Jugendlichen weitergab. Aber nicht nur Werteprägung auch musikalische Prägung lief dort. Viele Motown-Stars hatten ihre musikalische Grundausbildung beispielsweise in den Gospel-Chören ihrer Gemeinden.
Kein in westlichen Werten verwurzelter Mensch wird das massive strukturelle Vorhandensein von weißem Rassismus bis tief in die Siebziger in den USA und die historische Notwendigkeit der schwarzen Bürgerrechtsbewegung mit Ikonen wie Martin Luther King bestreiten. Allerdings vollzog sich mit dem politischen Aufstieg liberaler Schwarzenführer auch eine zunehmende Abkehr von der biblischen Orientierung ihrer Väter. Ende der Sechziger überschlugen sich die Ereignisse … kulturelle Befreiungs- und Enttabuisierungstendenzen wie die sexuelle Revolution, Promiskuität und Drogenexzesse auf der einen … und schwarzrassistische Radikalisierungen wie Black Panther oder Black Muslims in Verbindung mit geistiger Einkerkerung in Verschwörungsphantasien auf der anderen Seite führten zu Orientierungslosigkeit, Verrohung und Paranoia. Drogen- und vor allem Bandenkriminalität zerstört die schwarzen Communities seit den Siebzigern nun systematisch. Vaterlose verwilderte Jungs haben keine guten männlichen Vorbilder mehr - fast zwei Drittel aller schwarzen Kinder wachsen bei ihren vollkommen überforderten alleinerziehenden Müttern auf. Es herrscht ein Klima der Gewalt: Schwarze rotten sich selber aus … Schwarze erschießen Schwarze am hellichten Tag, Schwarze erschlagen Schwarze auf offener Straße. Eines der letzten Opfer war Derrion Albert, der als er am 24. September auf dem Heimweg von der Christian Fenger High School in eine Schlägerei zweier verfeindeter Jugendbanden geriet, wo er mit Holzplanken erschlagen und mit Fußtritten zu Tode getreten wurde.
Dem Ritual, die Schuld für die Gewaltepidemie allein beim angeblich weißrassistischen System oder in den unbestritten schwierigen saozialen Verhältnissen zu suchen widerstehen aber leider nur wenige schwarze Meinungsführer. Allerdings formieren sich in der schwarzen Community gegen Gangsta-Rapper langsam die Fronten. Einer der Auslöser hierfür war laut Süddeutscher Zeitung ironischwerweise eine Bemerkung des rechtskonservativen Radiomoderators Don Imus:
“Don Imus hatte in seiner einflussreichen Sendung die schwarzen Basketballspielerinnen der Rutgers University als “krausköpfige Schlampen” bezeichnet. Ein öffentlicher Aufschrei folgte: Reverend Sharpton und Jesse Jackson griffen Don Imus’ Sender an, die National Association Of Black Journalists rief zu Boykottmaßnahmen auf, und als auch noch viele Werbekunden abzuspringen drohten, feuerte NBC den lange unbehelligt schwulen-, schwarzen- und frauenfeindliche Witze reißenden Talkmaster.
Imus aber streute keine Asche aufs Haupt, sondern präsentierte einen Sündenbock: Warum dürften Rapper ungestraft genau dieselben Vokabeln für schwarze Frauen benutzen?”
Ich weiß nicht ob Obama, Cosby und Co. Ihre Gangsta-Kinder mit ihren weltlichen Methoden wieder auf den rechten Weg führen können. Ich bin ein wenig erinnert an die naiven Versuche im Film “Grand Canyon“, wo ein liebenswerter schwarzer Gutmensch eine gewalttätige Jugendbande umpolen wollte, indem er sie mit der jahrtausendealten Erhabenheit und Majestät des Grand Canyons konfrontierte …
OK ich will Euch aber auch noch ein wirklich hoffnungmachendes Beispiel von Shaun Bailey nicht vorenthalten. Bailey ist ein schwarzer Sozialarbeiter, der sich in London um Aussteiger gewalttätiger Jugendgangs kümmert und … man höre und staune … für die britischen Konservativen kandidiert.
Selber vaterlos aufgewachsen, wurde er von seiner ehrgeizigen Mutter, von dem Befehlshaber der örtlichen Armeekadetten - einem pensionierten Oberstleutnant - und von einer Turnlehrerin großgezogen. Ohne die drei wäre er heute im Knast oder tot, sagt er selber über sich …
Aus dem christlichen World Magazin von Marvin Olasky erfahren wir, dass Bailey durch den Alpha Kurs ein wiedergeborener Christ geworden ist:
“My girlfriend said I should do Alpha,” the evangelistic program that has been influential across England.
Bailey says he went “to argue with the vicar, to show him how clever I was,” but found himself believing in the resurrection and other doctrines: “What got me the most is when the vicar said Christianity is not a religion, but a faith. . . . Then I started reading the Bible. It was almost like it was written for me. . . . I had been a self-control freak, so I prayed that God would take control of my life. And that’s what happened. . . . When I stopped having fear of failure I had more success.”
Damit haben wir den Bogen wieder geschlossen: Einen Ausweg aus der heutigen Gewalt- und Verelendungsmisere kann es aus meiner Sicht nur über starke moralisch integere christliche Identifikationsfiguren der lokalen Commuinities geben, die mit der Rückführung zu den fast schon vollkommen verschütteten christlichen Wurzeln der schwarzen Communities beginnen! Wir brauchen hierfür einen neuen Konservatismus mit einem Herz für die verlorenen Jugendlichen unserer Städte, mit dem Mut glaubensbasierte Initiativen zun fördern und zu initiieren … oder um es einfach zu machen … Wir brauchen Compassionate Conservatism!!!
OK ich beende dieses Posting so positiv wie ich es begonnen habe … wieder mit Good Day von den Nappy Roots:
We’re gonna have a good day and ain’t nobody gotta cry today … cause ain’t nobody gonna die today … you save that trouble for another day …
Hoffen wir mal, dass Nappy Roots nicht auch nur ehemalige Gangsta-Rapper sind, die jetzt aus schlechtem Gewissen wegen ihrer eigenen großen Verantwortung für diese ganzen Probleme auf zahme Lämmlein machen und wie z.B. neuerdings Sido oder Bushido vor der Verwahrlosung, Alkohol- und Gewaltexzessen der Kids warnen … hier erwartet der geneigte christliche Kommentator zunächst tränenreichen Zerbruch und ehrliche Buße …
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Link: http://www.normanrockwell.com/index.php

Weißt Du noch vor 30 Jahren … als die Welt für uns noch in Ordnung war? Unendlich lange Sommer … Bonanzarad-Rennen am Waldrand … regelmässige Invasionen in die dortigen Molchbiotope … Ganze Tage wurden im Schwimmbad verbracht. Köpper vom 3er, Chlorgeruch in der Nase … Mädchen, die ständig nassgespritzt .. geduckt oder sonstwie geärgert werden wollten. Dann mit 50 Pfennig zum Kiosk … Ahoi-Brause … Lakritzschnecken … Kirschlutscher … alles wurde mit Begeisterung verschlungen … und wenn es auf dem Heimweg trotzdem ne Unterzuckerung gab, wurde sich auf Sauerampfer und wilde Erdbeeren gestürzt. Zuhause ging es dann weiter mit amerikanischen 50er/60er-Jahre Serien wie Flipper, Lassie … selbst Hochokkultes wie Bezaubernde Jeany wurde genossen … und natürlich Die Waltons … Womit wir bei der Mutter aller heilen Welten angekommen wären … den Vereinigten Staaten von Amerika vor der 68er-Revolte und ihrer zuckersüßen Apologeten.
Ich möchte Euch einen der bekanntesten Vermittler dieser Welt vorstellen: Norman Rockwell … Er war ein amerikanischer Maler und Illustrator des frühen 20. Jahrhunderts. Rockwells Arbeiten sind einerseits oft ausgesprochen konservativ-patriotisch im besten Sinne [wie z.B. auch “Ist das Leben nicht schön” von Frank Capra ], bieten andererseits aber einen reichen Schatz an sehr schönen Bildern aus den Bereichen Familie, Kindheit und Alltag. Gelegentlich zeigen sie auch gesellschaftlich relevante Probleme aus einer unaufgeregt bürgerlichen Sicht. Typischerweise werden bei Rockwell menschliche Schwächen karrikierend und teilweise ausgesprochen ironisch dargestellt …
Viele seiner religiösen Motive , können zwar aus heutiger Sicht unseren hohen evangelikal-fundamentalistischen Anforderungen nach jeglicher Vermeidung von interreligiösen Dialog in keinster Weise genügen … ;-)
Trotzdem: Uns Konservativen zeigt Norman Rockwell “Die gute alte heile Welt” …
Hey hat da einer “Kitsch!” gerufen??? :-)
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Religionswissenschaftler haben schon vor Jahren darauf hingewiesen, dass die “tagesschau” in ihrer Intro verblüffende Analogien zu religiösen Ritualen hat. Der Gong spielt vor Versammlungen eine wichtige Rolle und ruft z.B. zum gemeinsamen Gebet, zur Meditation oder allgemein zur Zusammenkunft auf. Trompeten erheben den Geist und bereiten ihn auf die Ankunft eines Großen vor.
Vor ein paar Tagen ist mir ein Geschichtsbuch in die Hände gefallen - also technisch gesehen, habe ich es auf einem Basar aus der Kiste gezogen - in dem die frühe Geschichte des Christentums unter den Germanenstämmen dargestellt wird. Die erste Auflage erschien im Dritten Reich, der Weiterdruck wurde aber von den Nazis unterbunden, weil die dort vorgestellten Ergebnisse nicht zu dem gewünschten Geschichtsbild der Nazis passten. Hitler hielt ja beharrlich an dem Bild fest, die Juden hätten das Christentum in Deutschland eingeführt und die Deutschen mit Gewalt von sich und ihrem alten Glauben abgebracht. So beliebt diese Kurzfassung ist, so falsch ist sie.
Das Buch heißt schlicht “Jesus im frühen Mittelalter” und es zeigt, dass es lange vor Karl dem Großen, der durch die Pädagogik der Nazis mehreren Generationen nur als “Der Sachsenschlächter” in Erinnerung bleiben sollte, schon Erweckungsbewegungen unter den Germanen gab, es gab schon Christenverfolgungen und gerade die Gefangennahme christlicher Gegner brachte manche Germanen überhaupt zum ersten Mal mit dem Christentum in Kontakt. Es gab blühende Kirchen und nachweisbare Frömmigkeit, lange bevor das Christentum unter den Germanenstämmen Staatsreligion war.
Selbst die Sachsen waren schon vor Karl zum Teil schon Christen. Die brutale Niederschlagung ihres Aufstandes unter Widukind führte zwar zu vielen Zwangstaufen, sie waren aber nicht der Beginn der christlichen Geschichte der Sachsen, sondern das Ende einer Gegenbewegung, die eine Reheidnisierung zum Ziel hatte. Das Vorgehen Karls führte schon damals zu Kritik bei den Christen, wie wir aus den Protokollen der frühesten Missionsversammlungen der Christen entnehmen können. Dort würden u.a. folgende Grundsätze festgelegt:
1. Massentaufen kommen nicht in Frage; wir lehnen sie ab. Mit jedem, der Christ werden will, müssen wir in Ruhe zusammensein können, um ihn ihnerlich in das Neue einzuführen.[Man hatte zu dieser Zeit schon zu viele schlechte Erfahrungen mit oberflächlich angenommenem Christentum gemacht, Anm. MW]
2. Auf keine Weise darf irgendein Zwang ausgeübt werden. Es darf nicht der Eindruck entstehen, als sei die Annahme des Christentums eine staatlich geforderte Leistung.
3. Nur nicht irgendwie das Geld mit der Sache Jesu vermengen. Sie seien keine Eintreiber von Zehnten, sondern wollten den Menschen innere Kräfte für ihr Leben bringen.
Schnepel bemerkt dazu: “Das war ein Missionsprogramm, das man noch heute unterschreiben kann. Es sah anders aus als die verbissene Art, die Karl bei den Sachsen angewandt hatte.” (S. 131)
Dieses Zitat stammt von der Homepage der Organisatoren der atheistischen Buskampagne, die in mehreren Städten Europas zu sehen war. Nach eigenen Angaben haben sie ca. 15-20 Millionen Menschen “erreicht” (ich dachte, das wäre frommes Vokabular?). Ist die Kampagne nun eine Mission oder nicht? Da “Mission” einen Auftraggeber voraussetzt, der die Missionare eben “sendet", kann eine atheistische Kampagne nie eine Mission sein. Allerdings kann ein Atheist kaum jemandem Mission vorwerfen, weil er nicht an die Sendung glauben kann. Aus seiner Sicht handelt es sich bei Mission ebenfalls nur um eine Kampagne - wenn auch auf aus seiner Sicht falschen Voraussetzung. In Berlin wurde die Buswerbung der Atheisten nicht genehmigt, weil dort überhaupt keine religiöse oder weltanschauliche Werbung zugelassen werden soll. Es scheint, als würde den Atheisten niemand ihre Ablehnung der Missionierung abnehmen.
Dieser Beitrag ist eigentlich ein Unterpunkt zu dem Beitrag “Struktur und Meinung“, in dem es mir darum ging zu zeigen, wie Entwicklungen durch Strukturen gebahnt oder zumindest begünstigt werden.
Hier soll es darum gehen, welche Bahnen es in den freien Medien gibt.
Das Recht auf freie Presse ist mit gutem Grund in unserem Grundgesetz verankert und wird m.W. auch von niemandem in Frage gestellt. Die Frage ist nur: wie frei ist die freie Presse wirklich? Ich denke hier nicht an die Fälle staatlicher Übergriffe, über die sich Journalisten schnell ereifern, sondern um strukturelle Einflüsse. Hier denkt man vielleicht an die Werbung oder die schmeichlerischen Rabatte für Journalisten, durch die eine freie Berichterstattung nur mit angezogener Handbremse möglich ist, oder man denkt an die teilweise vielleicht allzu große Nähe zwischen Politikern und Journalisten. Vielleicht denkt man noch an die Abhängigkeit von den Konsumenten, die bestimmte Dinge einfach nicht wissen wollen und ein in einem gewissen Rahmen aufgeräumtes Weltbild erwarten.
Aber es gibt noch ganz andere Einflüsse, die der Berufsstand des Journalisten selbst mit sich bringt.
Nicht nur in Deutschland sondern auch in Amerika ist es ein beliebtes Mittel, unliebsame politische Gegner öffentlich zu beschädigen, indem man sie mit Nazis vergleicht. Es war zunächst ein Spiel der 68er, Nazis in allem und jedem zu finden, und es war nur fair, dass die Gegenseite dieses Spiel aufgriff. Auch Abtreibungsgegner sprechen (selten) vom “Babycaust".