Wenn sie von einem teen-blog hören, der im Monat auf über eine Million Hits kommt, was vermuten Sie dort? Eine Musik-Plattform? Einen schwerpunktlosen Rahmen für Kontakte mit Foren und Chats?
Der Megablog, an den ich denke, ist zwar ein wirklicher teen-blog, der von Teenagern selbstständig organisiert und betrieben wird, aber es geht dort um eine Bewegung, die von den Initiatoren “Rebelution” genannt wird. Gemeint ist eine Rebellion gegen die niedrigen Erwartungen an Teenager in der Gesellschaft und eine Revolution mit dem Ziel, Teenager zu einem Leben als verantwortliche Menschen anzuleiten.
Die Gründer der Kampagne haben ein Buch über ihre Ziele geschrieben, das im Deutschen unter dem Titel “Yes you can” erschienen ist. Sie erzählen dort von früheren Zeiten, in denen 17jährige ganze Kriegsschiffe befehligt haben, das Rote Kreuz erfanden oder wurden offizieller Landvermesser von Culpeper Couny in Virginia. Danach haben die Autoren mal gegoogelt, was sie unter den Stichworten “Teens” und “Erwartungen” finden. Offenbar konnte der Suchautomat nicht glauben, wonach er da suchen sollte und schlug erst mal folgende Kombinationen vor:
Im letzten Beitrag habe ich nassforsch behauptet: "Wer die Ehe zwischen Mann und Frau gegenüber der homosexuellen Beziehung nivellieren will, kämpft gegen das Grundgesetz."
Zu meiner Überraschung musste ich lesen, dass das Bundesverfassungsgericht diese Bedenken zumindest für den Fall der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft nicht sieht (ob es zu der Frage nach einem Adoptionsrecht Homosexueller steht, weiß ich nicht, bin aber für Hinweise auf entsprechende Urteile dankbar). Die Begründung kann man auf der Homepage einsehen: http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg64-02.html
Am Ende des Textes erscheinen zwei Einzelpositionen, die an der Abstimmung zwar nichts geändert haben, aber immerhin als namentlich gekennzeichnete Beiträge einsehbar sind. Die beiden Gegner des Urteils verweisen im Kern auf das gleiche Problem: das Bundesverfassungsgericht habe mit seinem Urteil nicht die Strukturprinzipien der Ehe geschützt.
Ich bin überzeugt, dass der Einwand trifft, weil das Bundesverfassungsgericht in seiner Frage nicht von der Institution sondern von den ganz konkreten einzelnen Ehen ausgegangen ist.
Ich möchte hier nur auf einen Artikel von Dr. Thomas Schirrmacher hinweisen, der den Begriff des "Kulturkampfes 2.0" geprägt hat. Der Aufsatz ist Bestandsaufnahme, historische Bewertung und Appell.
http://www.medrum.de/?q=content/der-aufziehende-kulturkampf-20
Hinzuzufügen gibt es nicht viel, außer, dass der Kampf gegen das Christentum der einzige wirkliche Kampf gegen die Verfassung ist, den die Gesellschaft wirklich zu befürchten hat - nur dass er so offen ausgetragen wird, dass der Verfassungsschutz sich wohl nicht damit beschäftigen muss. Dieser Punkt wird von Christen soweit ich sehe noch zu wenig betont.
Wer die Ehe zwischen Mann und Frau gegenüber der homosexuellen Beziehung nivellieren will, kämpft gegen das Grundgesetz (vgl. zu diesem Punkt den zeitlich nachfolgenden Beitrag; Anm. MW). Wer den staatlichen Religionsunterricht abschaffen möchte, kämpft gegen das Grundgesetz. Wer den besonderen Schutz der Religionsgemeinschaften abschaffen möchte, kämpft gegen das Grundgesetz, ebenso wie derjenige, der die staatliche Sonntagsruhe abschaffen möchte.
Das Grundgesetz hat nicht nur verschiedene Freiheiten gesichert, sondern auch das Verhältnis von Staat und Kirche und die Institution der Familie geschützt. Leider haben sich insbesondere die Grünen angewöhnt, in jedem politischen Gegner geradezu reflexhaft einen Verfassungsfeind zu sehen, (und wo das nicht geht, muss das Grundgesetz eben geändert werden), und gerade deshalb ist es wichtig, ihnen das Grundgesetz nicht als persönliches Spielzeug zu überlassen. Auf gute bestehende Ordnungen darf man sich als Christ berufen, solange es sie gibt.
Das Bundesministerium für Justiz hat eine Studie in Auftrag gegeben, in der die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften untersucht werden sollte. Das Ergebnis war: den Kindern geht es nicht schlechter, wichtig ist nur die Qualität der Beziehung zu den Eltern, nicht deren sexuelle Orientierung.
Die Frankfurter Rundschau fand das Ergebnis gleich so vorhersehbar, dass sie ein bisschen genervt tat, dass so eine Frage überhaupt gestellt wird, aber immerhin sei ja jetzt auch dem Letzten klar, dass man Homosexuelle nicht die Adoption vorenthalten oder sie in irgendeiner Form schlechter als andere Paare stellen dürfe.
Genau das war auch schon vorher das Anliegen von Frau Zypries. Wie konnte sie so sicher sein, dass eine wissenschaftliche Studie sich so passgenau in ihr politisches Profil fügt? Die folgende kleine Kritik könnte den Teil einer Antwort liefern.
Familie und Kirche erscheinen vielen als eng. Die Kirche wacht über der Lebensführung ihrer Mitglieder und die Eltern über dem Leben der Kinder. Man könnte also das Gefühl haben, dass beide Institutionen eigentlich nur eine Quelle der Einschränkungen sind, die es abzuschütteln gilt. Tatsächlich sind diese Institutionen die Voraussetzungen dafür, dass der Staat einen Gang runter schalten kann. Wo es kein Verbrechen gibt, braucht man auch kein Gesetz. Erst wenn das Verbrechen auftaucht, spricht man von einer “Gesetzeslücke". Und selbst wenn es das Gesetz gibt, muss der Staat die Kontrolle nur so weit treiben, wie es das Maß an Gesetzesübertretungen erfordert. Wenn z.B. das Betreten einer Wiese verboten ist - z.B. weil dort ein Nistgebiet einer vom aussterben bedrohten Vogelart ist - und sich alle daran halten, genügt ein einfaches Schild und niemand muss sich darum kümmern. Wenn alle paar Jahre mal ein Chaot das Gebiet betritt, wird sich daran nicht viel ändern. Wahrscheinlich genügt sogar zunächst ein Schild “Bitte nehmen Sie Rücksicht auf brütende Gänse” o.ä., und erst später ist ein ausdrückliches Verbot nötig. Zunächst kommt man mit Bußgeldern, später wird mit Anzeigen gedroht. Wenn es häufiger vorkommt, dass Spaziergänger das Verbot missachten, wird aber irgendwann jemand nötig, der regelmäßig dort die Grenzen abgeht und gegebenenfalls Bußgelder verhängt. Je nachdem, wie reizvoll das Betreten ist, oder vielleicht, weil es zum politischen Kampfplatz wird, reicht ein einzelner Aufpasser nicht mehr aus, und man fängt an, gewaltige Zäune zu bauen, Überwachungskameras zu installieren, die Strafen zu verschärfen etc… oder das Verbot einfach von der Masse überrennen zu lassen.
Link: http://www.auf-partei.de
Ich halte Dr. Walter Weiblen, den ehemaligen Vorsitzenden der Partei bibeltreuer Christen für einen der fähigsten politischen Köpfe der evangelikalen Bewegung im deutschsprachigen Raum. Ende letzten Jahres erlebten wir das Desaster der PBC, die sich putschartig von Weiblen trennte, der mit der Forcierung der Initiative Aufbruch 2009 das Ziel hatte aus den vielen christlichen Kleinparteien eine relevante und schlagkräftige politische Plattform für das Superwahljahr 2009 aufzubauen.
Nach der Demontage von Roland Koch und damit des konservativen Flügels der CDU mailte ich Weiblen an, um ihn zu einem Statement bzgl. dieser Plattform zu bewegen. Zu meiner Überraschung antwortete er postwendend:
wir haben die AUF - Partei für Arbeit, Umwelt und Familie, Untertitel “Christen für Deutschland” am vergangenen Samstag in Berlin gegründet. In wenigen Tagen, vielleicht auch schon morgen, können Sie unsere Homepage besuchen und dort z.B. das Programm herunterladen. Wir freuen uns, wenn das Ihre politische Plattform werden kann. Wir nehmen Christen als Mitglieder auf, die das Apostolische Glaubensbekenntnis ihrem Christsein zugrunde legen.
Herzliche Grüße und Gottes Segen
Walter Weiblen
Idea Spektrum war auf der Gründungsveranstaltung am 26.01.08 in Berlin und berichtet wie folgt:
B e r l i n (idea) – Neben der Partei Bibeltreuer Christen (PBC) und der Deutschen Zentrumspartei gibt es jetzt eine weitere christliche Kleinpartei. „AUF – Christen für Deutschland“ wurde am 26. Januar in Berlin gegründet. Die Buchstaben AUF stehen für Arbeit, Umwelt und Familie.
Auf diesen Feldern wolle sich die Partei besonders engagieren, sagte der Vorsitzende Walter Weiblen (Weissach bei Stuttgart) gegenüber idea. Man wolle einen möglichst breiten Kreis von Christen ansprechen und die Kräfte bündeln. Viele sehnten sich nach einer Partei, mit der sie sich identifizieren könnten. Weder der PBC, an deren Spitze Weiblen von Oktober 2005 bis Dezember 2007 stand, noch der Zentrumspartei sei es gelungen, diesen Menschen eine politische Heimat zu geben. Der stellvertretende Vorsitzende Peter Schneider (Volkenroda/Thüringen), geht davon aus, dass die Partei noch in diesem Jahr 3.000 Mitglieder haben werde. „Wir wollen deutlich über die Größe einer Splitterpartei hinauswachsen.“ An der Gründungsveranstaltung nahmen rund 140 Mitglieder teil.
Meves für Partei, „bei der Gott im Regiment sitzt“
Die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Christa Meves (Uelzen bei Hannover) kritisierte, dass der Werte-Begriff in der öffentlichen Debatte um die Kindererziehung zu abstrakt gebraucht werde. „Eine Werte-Erziehung ohne Anbindung an Gott ist leeres Geklingel“, sagte sie. „Wir brauchen eine neue Partei, bei der Gott im Regiment sitzt.“ Sie dankte der Partei, dass sie sich in ihrem Programm unter anderem dafür einsetze, die Mutterschaft als eigenständigen Beruf anzuerkennen. Außerdem forderte die Katholikin, den „destruktiven Feminismus“ zu überwinden.
Für traditionelle Rollen von Mann und Frau
Der Unternehmensberater und langjährige BASF-Manager Siegfried Buchholz (Baden bei Wien) sagte, wenn Deutschland zukunftsfähig sein wolle, müsse es sich zurückbesinnen auf zentrale Werte wie die Familie und das traditionelle Rollenverständnis von Mann und Frau. Außerdem müsse es sich vom Anspruchsdenken verabschieden. „Deutschland muss endlich aufwachen aus seiner wohlfahrtsstaatlichen Dauernarkose“, so Buchholz.
PBC und Zentrum: Ethisch verwerfliche Parteigründung
Zum Teil scharfe Kritik an der Gründung der AUF-Partei übten PBC und Zentrumspartei. Sie sei „auf eine ethisch verwerfliche Art und Weise unter Ausnutzung der bestehenden Strukturen der Partei Bibeltreuer Christen und der Deutschen Zentrumspartei zustande gekommen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Die neue Partei führe „zu einer weiteren Zersplitterung des schon recht kleinen Lagers der politisch interessierten Christen in Deutschland“. Es fehle nicht an christlichen Parteien, sondern an der gegenseitigen Respektierung und an dialogbereiten Christen, die sich den geistigen, politischen und wirtschaftlichen Auseinandersetzungen stellten. PBC und Zentrumspartei wollen stärker zusammenarbeiten. Die PBC hat rund 4.100 Mitglieder, die Zentrumspartei etwa 600.
Ich denke es lohnt sich diese junge christliche Partei kritisch-wohlwollend zu beobachten! Ich werde jedenfalls hier auf TheoKonservativ? zeitnah über dieses hoffnungsvoll Projekt berichten.
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Wir lassen die Seitenzugriffe auf unseren Blog durch Google-Analytics messen. Hier präsentieren wir Euch die 20 Artikel, auf die im Jahr 2007 am häufigsten zugegriffen wurde:
1. Die Klimalüge: Klimaskeptiker schlagen Alarm! [1.335]
2. Kostenloser Derek-Prince MP3-Predigt-Download auf Online-predigt.de gestoppt [670]
3. Der Große Schwindel um die Erderwärmung [460]
4. Neo-Atheismus : neue Fundamentalisten auf dem Vormarsch! [333]
5. Homosexuelle als Kanonenfutter des Kulturkampfes [213]
6. CDU ohne C - Christliche Kleinparteien fusionieren für Superwahljahr 2009! [147]
7. Christlicher Hexenwahn? [133]
8. Bist Du theokonservativ? [126]
9. Das Kopftuch [91]
10. MFC: Heiratsquote unter Christen ver1000fachen [77]
11. Ich genieße es den Teufel aufschreien zu hören! [59]
12. Ab wann besitzt der Mensch eine unantastbare Würde? [59]
13. Die Dekadenz der vierten Gewalt [56]
14. 11.06. 22:15 RTL Der große Klima-Schwindel [45]
15. Naturmystik - Die neue Religion [43]
16. Christliches Bauchaufschneiden? [37]
17. Marilyn Manson von Dämonen besessen … [35]
18. Waren die Nazis familienfreundlich? [32]
19. Die wissenschaftliche Widerlegung der Evolutionslehre von Charles Darwin [32]
20. Schafft die Entwicklungshilfe ab! [31]
Link: http://www.gwg-ev.org/cms/cms.php?textid=1213
Hallo,
Die Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie fordert ein Verbot gewalthaltiger Computerspiele. Die Therapeuten bezichtigen Medienwirkungsforscher, der Spielebranche zu nahe zu stehen. In der Anlage erhaltet Ihr die Presseerklärung u.a. mit Tipps für Eltern, wie sie brutale Computerspiele erkennen und ihre Kinder davor schützen können. Brutale Computerspiele zerstören das Mitgefühl, daher: Schenkt keine Killerspiele … und schon gar nicht zu Weihnachten!!!
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Pressemitteilung 28.11.2007
Psychotherapeuten fordern das Verbot von Computerspielen, in denen Jugendliche für das Töten und Foltern von Menschen belohnt werden. Solche Spiele werden zunehmend verharmlosend als “Ballerspiele” vermarktet. Der Begriff “Medienkompetenz” dient dafür häufig als Deckmantel – Kinder und Jugendliche brauchen heute “Medienbildung".
Köln: Computerspiele haben Umfragen zu folge zu Weihnachten Hochkonjunktur und sind ein Riesengeschäft für die Hersteller. Für die zumeist jugendlichen Nutzer sind gewaltfördernde Spiele entwicklungspsychologisch eine Katastrophe – so die Erfahrungen vieler Fachkräfte der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie (GwG) aus psychotherapeutischen Beratungsstellen und schulpsychologischen Diensten. Die GwG ist der größte europäische Fachverband für Psychotherapie und Beratung. Sie fordert jetzt, gewaltverherrlichende Spiele gesetzlich zu verbieten, damit der Grundkonsens einer humanen Gesellschaft erhalten bleibt.
“Killerspiele sind wie Landminen für die Seele", sagt Elke Ostbomk-Fischer, Hochschuldozentin und GwG-Mitglied. “Die Medienverwahrlosung junger Menschen hat in den vergangenen Jahren ein derart erschreckendes Ausmaß erreicht, dass die politisch Verantwortlichen umgehend handeln müssen, bevor eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen vom Strudel der Gewalt mitgezogen wird.” Elke Ostbomk-Fischer ist damit im Einklang mit führenden Kriminologen und medienkritischen Wissenschaftlern. “Manche dieser Spiele sind menschenverachtend und grundgesetzwidrig. Daher sollte ihre Herstellung und Verbreitung strafbar sein.”
Immer mehr immer jüngere Kinder verlieren ihr natürliches Mitgefühl, wenn sie stunden- und tagelang in brutalste Action-Welten eintauchen, in denen das Zerstören und Töten als Spaß und Faszination erlebt wird. Insbesondere Jungen sind häufig davon betroffen. Sie verhalten sich dann zunehmend aggressiv und sind für soziale Regeln des menschlichen Miteinanders kaum noch zu gewinnen. Eine wachsende Zahl Jugendlicher verbringt mehr Zeit mit suchtfördernden PC-Spielen als in der Schule. “Viele Eltern fühlen sich angesichts der medialen Übermacht zunehmend hilflos und verzweifelt. Oft werden sie von ihren Kindern als rückständig abgekanzelt, wenn sie auf entsprechende Geschenkwünsche skeptisch reagieren", sagt Karl-Otto Hentze, Psychotherapeut und Bundesgeschäftsführer der GwG. Internetversierte Kinder überreden ihre Eltern dann häufig mit Argumenten, die im Internet von Wissenschaftlern verbreitet werden, die der Computerindustrie nahe stehen.
Was sind Killerspiele?
Laut “Bundesratdrucksache 2007-0001-0100/ 76-07″ sind es “Spielprogramme, die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen darstellen und dem Spieler die Beteiligung an dargestellten Gewalttätigkeiten solcher Art ermöglichen.” Solche Spiele wurden ursprünglich für das US-Amerikanische Militär als Kriegssimulationen entwickelt. Sie haben den Zweck, bei Soldaten die Tötungshemmung abzubauen und ihre “Killer-Effizienz” zu erhöhen. Der amerikanische Militärpsychologe David Grossman warnt eindringlich, dass diese Methode der Konditionierung auf Gewalt ganz genauso bei Kindern und Jugendlichen wirkt, wenn sie solche gewaltorientierten Programme intensiv spielen.
“Medienbildung” statt “Medienkompetenz”
Den Begriff “Medienkompetenz” haben die Spielehersteller längst vereinnahmt. Die Konzerne finanzieren Forschung und Fortbildungsprojekte für “mehr Medienkompetenz". Sie haben natürlich ein Interesse daran, ein gesetzliches Verbot von Killerspielen zu verhindern. Einige Experten unterstützen sie dabei mit Argumenten wie z. B. “Verbote reizen nur"… (Das würde allerdings genauso für die rote Ampel gelten, für Diebstahl und sogar für Mord.) Eine weitere Strategie ist es, Computerspiele als “Kulturgut” aufzuwerten. “Medienkompetenz” in diesem Sinne fördert die genaue Kenntnis von Spieletypen, Geräten und technischen Details. Töten und Gewalt könne hierbei als “ästhetische Konvention” akzeptiert werden.
Medienbildung schließt Herzensbildung ein
“Medienbildung” dagegen schließt Herzensbildung mit ein. Grundlage ist die eindeutige Orientierung an den ethischen Konventionen der Menschenrechte. Leitbild und Maßstab ist dabei das Grundgesetz. “Medienbildung” fördert eine mitmenschliche und kooperative Umgangskultur.
Ohne kritische Schulung ist es schwierig, pädagogisch sinnvolle Ratschläge von verkaufsfördernden Ratschlägen zu unterscheiden.
Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil:
Folgende Fragen helfen Ihnen, ein Computerspiel selbst zu beurteilen:
Kommen in dem Spiel Personen oder Wesen vor,
die andere entwürdigend behandeln?
die anderen ihre Rechte nehmen oder sie aus ihrem Zuhause verjagen?
die anderen ihr Eigentum rauben oder ihr Zuhause zerstören?
Werden in dem Spiel Personen oder Wesen
bedroht und in große Angst versetzt?
absichtlich Schmerzen zugefügt?
gefoltert oder mit Folter bedroht?
Gliedmassen abgehackt?
stranguliert oder wird ihnen das Genick gebrochen?
durch Waffen verletzt?
durch gezielte Kopfschuss getötet oder durch Bomben zerfetzt?
Gibt es in dem Spiel noch andere Beispiele von unmenschlichen und grausamen Handlungen? Werden solche Handlungen
als Erfolg bewertet?
als Spaß dargestellt?
mit Anerkennung belohnt?
Fehlen in dem Spiel deutliche und realistische Hinweise
auf das Unrecht der grausamen Taten?
auf das Leiden der Personen, denen etwas Grausames angetan wird?
auf Konsequenzen, mit denen die Täter zur Verantwortung gezogen werden?
Fehlen in dem Spiel gewaltfreie Lösungsmöglichkeiten?
Fehlen Anregungen für Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und soziale Verantwortung?
Fehlen Beispiele, bei denen das Verhindern von Gewalt als Leistung anerkannt wird?
6. Wäre Ihr Kind, bei diesem Computerspiel selbst die Person, die anderen etwas Bösartiges und Grausames antut und damit Erfolg hat?
Wenn Sie mehrere Fragen mit “Ja” beantworten müssen, dann überlegen Sie genau, was Ihr Kind bei diesem Spiel lernen wird.
Wie können Eltern und pädagogische Fachkräfte ihre Kinder vor brutalen Computerspielen schützen?
Versuchen Sie in den Bereichen, die Ihnen für Ihr Kind wichtig sind, ein gutes Vorbild zu sein.
Hinterfragen Sie kritisch Argumente, die für gewaltverherrlichende Medien sprechen. Achten Sie dabei auf Ihr eigenes Gefühl und Ihren Menschenverstand. Vertrauen Sie nicht den Altersangaben auf den Spieleverpackungen. Der Jugendschutz reicht hier nicht aus.
Computerspielen kostet viel Geld und Zeit. Oft wird die Anschaffung von Geräten und Zubehör notwendig. Lassen Sie sich nicht drängen, mehr Geld auszugeben, als es Ihre finanzielle Situation erlaubt.
Beobachten Sie, wie Ihre Kinder mit Medien umgehen. Dies ist einfacher, wenn ein PC gemeinsam in einem zentralen Raum genutzt wird. Gleiches gilt auch für den TV.
Zeigen Sie Interesse an dem, was Ihr Kind lernt, erlebt und empfindet.
Begleiten und unterstützen Sie Ihr Kind beim Einüben in die modernen Medien. Sie bemerken dadurch auch rechtzeitig, wenn Ihr Kind an Internetseiten und Spiele gerät, die Sie für ungeeignet oder sogar für gefährdend halten.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen über mögliche Probleme. Machen Sie Ihrem Kind keine Vorwürfe, es hat diese Inhalte nicht erfunden.
Ein “gutes Gespräch” bedeutet: Alle Beteiligten bemühen sich aufrichtig, die Sichtweise der anderen zu verstehen. Dazu gehört
- sich gegenseitig zuhören,
- ausreden lassen,
- Äußerungen nicht abwerten oder lächerlich machen.
Diese Regeln sollten auch dann gelten, wenn Sie Spiele nicht erlauben können, weil diese z. B. in grober Weise gegen die Menschenwürde verstoßen und Ihren Erziehungszielen entgegenwirken.
Wenn Sie nicht mehr weiterwissen und sich große Sorgen um Ihr Kind machen, können Sie Hilfe und Unterstützung einer Beratungsstelle in Anspruch nehmen.
Ansprechpartner für die Medien:
Elke Ostbomk-Fischer, Hochschuldozentin, Telefon: 02263/4997
Karl-Otto Hentze, Psychotherapeut, Telefon: 0221/9259080
Ursula Reinsch, Pressearbeit: Telefon 0221/686010