Link: http://www.welt.de/die-welt/politik/article9733043/Die-Linke-ist-eine-Glaubensbewegung.html
Jan Fleischhauer … Einer der coolen neuen konservativen Helden und Autor des Buches “Unter Linken” hat - wie ich am Sonntag in der WELT am SONNTAG las sein wirklich brilliant polemisches Buch “Unter Linken” in Michael-Moore-Art verfilmt … passt alles sehr gut in den konservativen Aufbruch den wir zur Zeit erleben.
Mein Motto: coolness is conservativ, isn´t it?
Wer heute ein Opfer ist, möchte das auch bleiben. Niemand gibt freiwillig den Status des Opfers auf. Opfersein, bedeutet „Macht haben“. Wer kein Opfer ist, versinkt in die politische Bedeutungslosigkeit.
Wir haben uns an diese Tatsachen gewöhnt, aber wenn wir uns darüber Gedanken machen, werden sie fragwürdig. Und die erste Frage, die sich dabei stellt ist: wie konnte sich dieser auf den ersten Blick bizarre Opferbegriff entwickeln?
Die Anregung zu dem Thema erhielt ich durch ein „Bulletin“ des Institutes für Jugend und Gesellschaft, das unter dem Thema „Moderne Opferrhetorik“ stand.
Am meisten faszinierte mich ein Auszug aus dem Buch „Ich sah den Satan vom Himmel fallen“ von Rene Girard, der zuletzt an der Stanford Universität als Professor für französische Sprache, Literatur und Kultur tätig war.
Interessanterweise gibt es zwischen der türkischstämmigen Frauenrechtlerin Seyran Ates und mir, einen wertkonservativen bibeltreuen Evangelikalen eine biographische Gemeinsamkeit:
Wir haben beide früher GRÜN gewählt und warnen heute eindringlich andere Menschen davor dies ebenfalls zu tun.
In der heutigen Ausgabe meiner GRUEN-LIBERALEN (und im übrigen ehemals konservativen) Tageszeitung DIE WELT erklärt Seyran Ates, warum sie die GRÜNEN aus großer Enttäuschung heraus seit vielen Jahren nicht mehr wählt …
Bei den Grünen begegnet man den meisten Kopftuchträgerinnen und VerteidigerInnen? des Kopftuchs, den meisten Kulturrelativisten und Multikulturalisten. Den meisten Grünen ist sehr schwer zu erklären, warum ein eigener Straftatbestand Zwangsheirat so wichtig ist, und dass Ehegattennachzug für Frauen ohne Deutschkenntnisse selten einen Segen darstellt. Bei der doppelten Staatsbürgerschaft sind die Grünen schon mal eingeknickt, und von Parallelgesellschaften will ein Grüner selten was hören. Eine kritische Diskussion über Moscheebauten kann den einen oder anderen Grünen sehr aggressiv machen.
All diese Punkte sind in der Tat bei den GRÜNEN mehr oder weniger scharf zu kritisieren. Vor allen Dingen aber in Kombination mit dieser bessermenschlichen Verlogenheit und dem Drang vor offensichtlichen Problemen die Augen zu verschließen oder gar mit der Faschismuskeule zu antworten … kommt es immer öfter zu dem Ergebnis, dass sich in Mitten unserer Gesellschaft das Gegenteil von den propagierten GRÜNEN Zielen (Frauenrechte, Selbstbestimmung, friedliches Miteinander unterschiedlicher Kulturen) entwickelt.
Mein Ansatzpunkt ist natürlich nicht uuunbedingt ein feministischer …
Einst selbst Parteimitglied bei den GRÜNEN (Die größten Kritiker der Elche waren früher …), habe ich mich im Rahmen meiner Rückbesinnung auf ein christlich-biblisches Menschenbild dieser Partei zunehmend entfremdet. OK das ist alles ein weites Feld. Ich möchte nicht langweilen und es daher kurz machen: Ich werde eine These formulieren, dann schnell die Lupe auf ein mich ausgesprochen irritierendes Detail richten und das ganze dann schließlich mit einem kleinen Clou enden lassen … Was im übrigen eine probate Methode für Blogautoren ist, die größer erscheinen wollen, als es ihre intellektuelle Substanz hergibt…
These: Die strategisch brillianten 68er - in dessen Tradition die GRÜNEN ja unbestritten stehen - haben wesentliche christlich-abendländische Werte-Grundlagen, die Ehe zwischen Mann und Frau sowie die Familie als Kernzelle der Gesellschaft erfolgreich dekonstruiert, die Rückbesinnung auf einen gesunden Patriotismus durch unsägliche Faschismusdefinitionsausweitungsdiskurse blockiert und durch die sexuelle Revolution sowie linksalternative Sozialingenieurstechniken eine Verwahrlosung weiter Teile der Unterschicht zu verantworten.
Lupe: Sie sind ja lobenswerterweise mutige Streiter gegen Präimplantations-Diagnostik und Stammzelltherapie. Das Absurde ist nur: Wird das im Reagenzglas von den GRUENEN Löwenmüttern heftigst gegen die Reproduktionsindustrie verteidigte Embryo in den Uterus einer Frau eingepflanzt, ist es plötzlich zum Abschuß durch Abtreibung freigegeben, sofern sich die Frau dafür entscheidet … Zu diesem absurden Antagonismus gesellt sich nun auch noch die interessante Konstellation, dass deren Heilsbringer und Weltenretter der gute Barak Obama die böse Stammzelltherapie forciert!
Clou: Vielleicht sehnen sich sogar die GRUENEN in einiger Zeit nochmal nach dem guten alten George W. Bush - wie jeder weiss, ein entschiedener Stammzellforschungsgegner - zurück!
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Auf der “Gegenstimme” hab ich es schon gepostet. Aber diese Gedanken haben einfach weitestmögliche Verbreitung verdient: Die deutsche Übersetzung des brillanten Vortrages des bekannten US-amerikanischen Comedians und politischen Kommentators Evan Sayet über die Denkweise hinter der Political Correctness, dem aggressiven Atheismus und dem gesellschaftspolitischen Erbe der 68er-Generation… viel Vergnügen!
Ich würde mich selbst als Republikaner des 13. September bezeichnen. Aufgewachsen war ich als liberaler New Yorker Jude, wesentlich liberaler geht`s kaum noch – obwohl es noch im Kleinformat war im Vergleich zu dem, was man heute „liberal“ nennen würde. Ich ging von der High School und wusste über Politik nur eines: Dass die Demokraten gut und die Republikaner böse sind.
Die Älteren unter uns können sich vielleicht noch an Eva Herman erinnern. Sie war Journalistin und wurde aus ihrem Berufsstand ausgespuckt, weil sie die politisch falsche Meinung über Autobahnen hatte oder so ähnlich. Aber eigentlich war allen ziemlich klar, dass ihr eigentliches Vergehen ihr Versuch war, in diversen Veröffentlichungen die Rolle der Frau als Mutter zu stärken.
Der nahe liegende Vorwurf, sie sei ja selbst eine Karrierefrau, die sich nicht aufs Muttersein beschränkt habe, kam natürlich prompt und traf voll ins Schwarze. Aber dieser Vorwurf offenbarte eigentlich ein Dilemma mit weitreichenden Folgen: es ist aus strukturellen Gründen unmöglich, eine andere Position als den Feminismus in der Öffentlichkeit zu finden. Alle Frauen, die in Politik und Medien arbeiten, haben sich bereits für ein Modell entschieden, je mächtiger und einflussreicher sie sind, desto stärker kommt dieser Effekt zum Tragen. Auf diese Weise kann sich eine politische Haltung in kürzester Zeit parteiübergreifend durchsetzen, ohne, dass sie jemals diskutiert oder ernsthaft in Frage gestellt wurde.
Das psychologische Konzept, das dabei im Hintergrund arbeitet, ist der bekannte Wunsch des Menschen, kognitive Dissonanzen zu vermeiden. Also im Klartext bedeutet es, dass Menschen versuchen, Widersprüche zwischen Leben und Denken oder Gefühlen und Denken zu vermeiden. Das klingt integer, weil man im ersten Moment an die Fälle denkt, wo sich das Handeln an den Überzeugungen orientiert. Die Vermeidung kognitiver Dissonanzen ist aber in der Regel eine kognitive Vermeidung, d.h. das Denken wird an das Handeln angepasst.
Unter dem gleichnamigen Titel ist derzeit ein aufschlussreicher Essay der Publizistin Gabriele Kuby auf der Homepage des christlichen Informationsforums “Medrum” zu lesen.
Auch wenn ich an dieser Stelle vor ihrer Marien-Begeisterung warnen möchte, ist dieser Text in meinen Augen lesenswert.
Die Geschichte vom Turmbau zu Babel steht in Genesis 11. Sie taucht zwar in fast jeder größeren Kinderbibel auf, wird jenseits des 7. Lebensjahres aber weder von Christen noch von Nicht-Christen viel beachtet . Dabei berichtet die Geschichte von einer hochinteressanten Phase, einer sehr frühen menschlichen Gesellschaft. Die Situation, in der sich die Menschen befanden, war überaus heikel:
Die Gruppe wuchs und begann, unübersichtlich zu werden. Vermutlich bildete sich schon auf einer sehr frühen Stufe so etwas wie Lokalpatriotismus, die Leute aus der Sippe X konnten die aus der Sippe Y nicht leiden, die Bauern hatten Vorbehalte gegenüber den Handwerkern und die Viehhirten gegenüber den Ackerbauern, die Sesshaften gegenüber denen, die eigentlich lieber weiterziehen wollten…
Bis zu diesem Zeitpunkt lebten alle in einer großen und immer größer werdenden Gruppe, aber nun wurde die Frage virulent, wie man den Zusammenhalt der Gemeinschaft sichern können würde. Denn, dass die Notwendigkeit bestand, haben die damaligen Oberhäupter offenbar so gesehen. Und man kann sich leicht vorstellen, welche Sorgen sie mit der Vorstellung eines Auseinanderbrechens der Gemeinschaft verbanden: wenn die Sippen nicht mehr zusammen halten würden, wären sie in kürzester Zeit befeindet. Diese Erfahrung dürften sie zu diesem Zeitpunkt schon gemacht haben. Die Menschen befanden sich außerhalb der Gemeinschaft im rechtsfreien Raum und ahnten wohl instinktiv, dass sie einander zum Wolf werden würden – zumindest außerhalb des Rudels.
Woher kam dieses ängstliche Zusammenglucken?
Konkret geht es um einen christlichen Kongress für Therapie und Seelsorge, auf dem es (wie beim Christival neben vielen anderen auch) Seminare zur Therapie Homosexueller gibt. Ein Aktionsbündnis mit prominenter politischer Unterstützung hat diesem Kongress den Kampf angesagt. Gleichzeitig stellen die Organisatoren in ihrem Flyer aber folgendes fest:
Am 20. Mai beginnt in Marburg der “6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge". Schwulen- und Lesbenverbände sowie linksorientierte Kreise werfen dem von der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (Frankenberg/Nordhessen) veranstalteten Kongress vor, dass dort Referenten auftreten, “die Homosexuelle zu Heterosexuellen therapieren wollen” und stellen Verbots- und Zensur-Forderungen für diese Veranstaltung auf. Als Gegenreaktion wurde am 20.04.09 von 370 Persönlichkeiten die “Initiative für Freiheit und Selbstbestimmung” gestartet. Eine Online-Unterzeichnung der Erklärung ist möglich …
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Immerhin darauf können sich alle Parteien einigen. Feministinnen befürworten die Einführung von flächendeckenden kostenlosen Krippenplätzen ja nicht, weil sie bereit sind, das Wohl ihres Kindes ihrem Egoismus zu opfern, sondern weil es so auch für das Kind besser ist. Schließlich seien die Kinder dort professionell versorgt.
Nehmen wir für einen Moment mal an, dies wäre eine blanke und leichtdurchsichtige Lüge. Wie könnte die Öffentlichkeit davon erfahren?
Jeder Mann, der so etwas anspricht, gilt apriori als Macho. Jede Frau, die darauf hinweist, ist mit großer Wahrscheinlichkeit Politikerin oder Journalistin und hat sich bereits für einen Job entschieden, in dem sie ganz gefordert wird. Sie kann also nur das feministische Modell vertreten oder sie macht sich extrem lächerlich.
Unter diesen Bedingungen sind Umfragen natürlich ein schwaches Instrument, denn wo es niemanden gibt, der sie öffentlich zitiert, bleiben sie wirkungslos. Die Welt hat mal auf eine Umfrage verwiesen, derzufolge der tatsächliche Bedarf an Kinderbetreuung erheblich unter dem von der Bundesregierung angestrebten Betreuungsplan liegt, aber seitdem habe ich von dieser Umfrage nicht mehr viel gehört. Scheint uninteressant zu sein.
Und das ist schade, denn außer den Umfragen spricht auch sonst einiges für die Unterstützung einer familiären Erziehung:
1. Der wichtigste Teil jeder Erziehung ist der religiöse oder weltanschauliche. Und ein neutraler Staat muss seine Neutralität, wenn er sie denn ernst meint, gerade darin zeigen, dass er den Eltern genug Freiräume zugesteht, ihren Kindern diese Religion zu vermitteln. Die Neutralität des Staates gebietet hier Zurückhaltung.
2. Nach Art. 6 unseres Grundgesetzes sind “Pflege und Erziehung der Kinder” das “natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.”
Dieser Artikel ist Teil der Grundrechte, die den Bürger vor den Zugriffen des Staates schützen sollen. Dass der Staat kein eigenes Interesse an diesen Rechten besitzt, ist leider nur natürlich, dass Journalistinnen hierin ebenfalls kein schützenswertes Recht sehen, leider ebenfalls.
Der Staat kann also nicht einfach hingehen und sagen “ich kann das besser” und die Kinder selbst betreuen. Ein Recht zum Eingriff besteht nur, “wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen". Selbst wenn der Staat die Erziehung eines Kindes also tatsächlich besser leisten könnte, wäre er dazu nicht berechtigt, solange die genannten Gründe nicht vorliegen. Die Erziehung ist ein natürliches Recht, und daher stellt sich nach unserem GG die Frage gar nicht, ob jemand außer den Eltern sie besser übernehmen könnte. Hier müssen Eltern für ihr Recht leider gegen die synchronisierte Gewalt von Politik und Medien zu Felde ziehen.
3. Das man sich überhaupt für sein natürliches Recht der “Pflege und Erziehung” der eigenen Kinder entscheiden kann, ist nicht zuletzt eine finanzielle Frage. Wenn ein Einkommen nicht ausreicht, kann eine Mutter gezwungen sein, zu arbeiten, um überhaupt leben zu können. Das liegt daran, dass zwei Einkommen auch dann mehr Geld einbringen, wenn man höhere Kosten durch die Fremdbetreuung der Kinder hat.
Um die Entscheidungsfreiheit auch für sozial schwache Familien zu gewährleisten, ist ein Betreuungszuschuss (oder wie man es auch immer nennen will) sehr sinnvoll und scheint mir ganz dem Geist des GGs zu entsprechen. Denn ohne eine finanzielle Unterstützung und Anerkennung der Erziehungsarbeit durch die Eltern, müssen Eltern faktisch eine Erziehungssteuer bezahlen. Denn kostenlos ist das Krippenangebot des Staates natürlich nicht, sondern es wird durch die Abgaben der Bürgerinnen und Bürger getragen - ob sie es in Anspruch nehmen oder nicht. Und das widerspräche eindeutig der Vorgabe des GGs.
Es geht hierbei nur um die Wahrnehmung eines Rechtes der Eltern, nicht um die Frage, wie man arme Kinder bestmöglich fördern kann, darum geht es im nächsten Punkt.
4. Denn es wird nun eingewandt, dass die Betreuungsprämie ja im Haushalt der Eltern untergehen könnte, während sie doch sinnvoller für die Fremdbetreuung der Kinder eingesetzt werden könnte. Was für eine Heuchelei:
Bei dem Geld, dass die doppelverdienenden Eltern durch die staatlich finanzierten Krippen sparen, fragt auch niemand, ob die Kinder einen zusätzlichen Nutzen davon haben. Der scheint gegeben zu sein, sobald die Kinder nicht mehr bei ihren Eltern sind.
Wenn man Kinder wirklich fördern möchte, dann sollte man ihnen staatlich finanzierte Sprachkurse, Hausaufgabenbetreuungen, Sportvereine und gezielt Unterrichtsstunden für sozial benachteiligte Schüler anbieten, in denen an Wortschatz und Gesprächs- und Diskussionsverhalten gearbeitet wird. Darüber hinaus hat sicher auch niemand etwas gegen einen Ausbau hochwertiger kostenloser Freizeitangebote. Von der Unterstützung gerade sozial schwacher Familien durch solche Angebote halte ich übrigens sehr viel! Finanzieren kann man sie ja durch das Geld, das man für den Ausbau der staatlichen Krippen ja offensichtlich im großen Stil zur Verfügung hat.
Mit einer Fremdbetreuung allein ist diesen Kindern überhaupt nicht geholfen. Aber möglicherweise geht es darum auch gar nicht, sondern nur um die Durchsetzung eines bestimmten Lebensstils.
5. Erziehung gibt es nur dort, wo es Strafen gibt, die glaubhaft zum Wohl des Kindes eingesetzt werden und nicht dem Arbeitsklima eines Erziehers dienen. Ich bin überzeugt davon, dass ein Kind ganz genau weiß, ob es bestraft wird, damit der Lehrer Ruhe in der Klasse hat, oder weil jemand an der persönlichen Entwicklung dieses Kindes ein liebevolles Interesse besitzt.
6. Wer die professionelle Pädagogik der elterlichen vorzieht, engt den Erziehungsbegriff ein. Zur Erziehung gehört neben kognitivem Wissen und guten Umgangsformen auch die Erfahrung, einen Vater und eine Mutter zu haben. Nicht zuletzt, um selbst einmal ein guter Vater oder eine gute Mutter zu sein - warum soll man nicht auch aus den Fehlern der Eltern lernen können?
7. Eine staatliche Kinderbetreuung wird immer mit drei grundsätzlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben: Sie wird immer nur wenige Betreuer pro Kind bereit stellen können und niemals an ein familienähnliches Zahlenverhältnis heranreichen. Zweitens fehlt den staatlichen Erziehern das angeborene Interesse an den Kindern, das sogar bei Eltern vorkommt, die an sich weder besonders kinderlieb oder sympathisch sind. Drittens werden die Erzieher unterdurchschnittlich qualifiziert sein und damit das Niveau der durchschnittlichen Erziehung und Prägung immer unterbieten.
Denn es glaubt ja niemand im Ernst, dass der Staat für jedes zweite Kind eine akademische Fachkraft bereitstellen kann, die nett, kinderlieb und engagiert ist - und nicht pädophil…
8. Die staatliche Kinderbetreuung steht immer in engem Kontakt zur Wissenschaft. Das klingt zunächst gut und passt zum Argument der Professionalität, aber wer sich die Geschichte der Pädagogik ansieht, sieht schnell, dass hier Vorsicht geboten ist. Denn viele Konzepte der Pädagogik, die ihrerzeit als Durchbruch der Aufklärung gefeiert wurden, muten heute befremdlich bis grausam an (z.B. als Kinder wie Skinnerboxen behandelt wurden und schlichtweg dressiert wurden).
Eltern würden ihre Kinder nur selten nach wissenschaftlichen Moden erziehen und halten sich zäh an die Form der Erziehung, die sie selbst kennen gelernt haben, bis sich vielleicht manche Überzeugungen nach und nach durchsetzen, weil sie eben doch kleine Durchbrüche darstellen. Aber das braucht Zeit, und der Puffer, den die Eltern hier zwischenschieben (aus purer Zähigkeit) hat sicher manches Kind bewahrt.
Staatliche Erzieher haben diese Hemmungen nicht und stehen außerdem noch mehr in der Öffentlichkeit, so dass sie sich sogar eher verpflichtet fühlen, Moden der Pädagogik mitzumachen. Ein Erzieher wird es sich nicht leisten können, unter Kollegen und Eltern als rückständig zu gelten. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass dieser Umstand in der Wissenschaft wiederum ausgenützt wird, um gezielt pädagogische Konzepte an Kindern systematisch auszuprobieren! Dafür bietet ein staatliches und schichtenübergreifendes Betreuungssystem leider die besten Voraussetzungen.