Kategorie: Freiheit

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07.05.09

Was ist Toleranz?

Politisch verwässerten Begriffen nähert man sich am Besten im Ausschlussverfahren: Von der Wortbedeutung muss es sich um eine Art von „Gewährenlassen“ oder „Erdulden“ handeln, aber wir sprechen nicht von Toleranz, wenn jemand gemobbt wird. Er erduldet zwar möglicherweise viel, aber er erduldet es nicht freiwillig. Tolerant ist auch nicht derjenige, der Unrecht geschehen lässt, in das er eingreifen müsste. Ein toleranter Mensch ist zwar einerseits irgendeiner Form von Wissen um gut und schlecht verhaftet – wer nichts schlecht findet, kann auch nichts tolerieren – und doch scheint es eine Form des Duldens zu geben, die dem Guten nicht widerspricht.
Gibt es solche Fälle? Im Alltag kennen wir sie recht häufig: z.B. wenn Nachbarn duldsam sind gegenüber einem kläffenden Hund oder plärrenden Kindern oder Grillgerüchen. Es ist eine ganz einfach Form der Duldsamkeit, die ohne großes Pathos daher kommt. An diesen Beispielen kann man sehen, was wir an dieser Form der Duldsamkeit loben, wenn wir sie als „tolerant“ qualifizieren: es ist ein tolerieren, mit dem man niemandem schadet und mit bescheidenen Mitteln den Frieden sichert.
Nun werden aber einige psychologisch vorbelastete Menschen gleich einwenden, dass es aber auch sein kann, dass dieses scheinbar so tolerante Verhalten ja einfach eine Form von Feigheit sein kann. Vielleicht sind die toleranten Nachbarn ja, wenn sie abends alleine am Küchentisch sitzen und unter sich über den kläffenden Hund und die plärrenden Kinder reden, eher ein Muster für Engstirnigkeit als für Toleranz.

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22.04.09

Dr. theol. Lothar Gassmann: Kommt die Diktatur Europa? Kommt eine Verfolgung bibeltreuer Christen?

Mit der freundlichen Erlaubnis von Dr. Lothar Gassmann persönlich erhaltet Ihr in der Anlage zu diesem Posting eine interessante Rede vom letzten Wochenende zum Thema Europa. Im Rahmen einer Demonstration der Partei Bibeltreuer Christen wurde sie von Dr. Lothar Gassmann vor dem Verfassungsgericht in Karlsruhe gehalten.
Ich möchte diese Rede hier gerne zur Diskussion stellen.
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Die Europäische Union (EU) steht in großer Gefahr, sich zu einer Diktatur zu entwickeln.
Begründung:
1. Nur in den wenigsten Ländern wurde die Bevölkerung befragt, ob sie der EU beitreten will.
2. Alle wesentlichen Entscheidungen in der EU werden zentralisiert.
3. Die Bevölkerung in den einzelnen Ländern und die nationalen Parlamente haben kaum Möglichkeiten, auf die laufende europäische Gesetzgebung Einfluss zu nehmen. Gelegentliche Wahlen und das mit hohen Hürden versehene Petitionsrecht können daran nur wenig ändern.
4. Die EU hat sich in allen entscheidenden Bereichen von Politik, Wirtschaft und Justiz de facto eine Totalermächtigung eingeräumt.
5. Die Bundesrepublik Deutschland büßt ihre Souveränität immer mehr ein, ebenso die anderen der EU angeschlossenen Staaten.
6. Das Recht der einzelnen Staaten (z.B. das deutsche Grundgesetz) wird zunehmend vom „Europarecht“ verdrängt.
7. Das Bundesverfassungsgericht als höchstes deutsches Gericht muss seine entscheidenden Kompetenzen an den Europäischen Gerichtshof abgeben.
8. Die EU erstrebt Aufrüstung und eine Europa-Armee.
9. Die EU-Politik kann – insbesondere durch ihre „Nichtdiskriminierungs“-Klausel - eine Einschränkung der Meinungs- und Predigtfreiheit zur Folge haben.
10. Die Präambel und die Grundwerte-Definition des EU-Verfassungsvertrags stehen in wesentlichen Punkten im Gegensatz zum christlichen Glauben und könnten – besonders im Blick auf die „Nichtdiskriminierungs“-Klausel - eine Christenverfolgung in Europa herbeiführen.

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27.03.09

Permalink 00:49:46, von wanderprediger E-Mail , 180 Wörter   German (DE)
Kategorien: Umwelt, Konservativismus, Ehe, Familie, Freiheit, Postmodernismus, Freizeit, Jugend, Neue Bürgerlichkeit, Spiele, Musik, Bands

Peter Fox: Haus am See - Neuer Sound der Neuen Bürgerlichkeit

Link: http://www.youtube.com/watch?v=gMqIuAJ92tM

wow … http://www.youtube.com/watch?v=gMqIuAJ92tM … was für ein cooles Lied!!! Wahrscheinlich bin ich der letzte Deutsche, der dieses Lied entdeckt … wie ich nachträglich erfahre, hat der Sänger sogar schon Stefan Raabs BundesVisionSongContest? gewonnen. Das kommt davon, wenn man im Auto nur noch Deutschlandfunk und Derek Prince hört ;-)
wow … richtig cooles Lied!!!
OK … nicht gerade Worship. Aber irgendwie sehr in sich stimmig … wie kaum ein anderes Lied das ich kenne … Musik, Bilder, Inhalt, Aussage und diese herrliche WestBerliner? Gieskannenstimme des Sängers … von der (im Übrigen echten) Facialisparese bis zur Gebrechlichkeit des alten Bourgeois … wow … das ist schon eine aussergewöhnliche Komposition.
Es ist erstaunlich, zu welch wunderschönen konservativen Visionen multioptionale Experimentalisten aus Kreuzberg heute fähig sein können …
Womit ich den ideologischen Bogen doch wieder schließen konnte :-))
“Ich hab 20 Kinder meine Frau ist schön.” … Ich fass es nicht was für ein geniales Lied!!!!!
Mit begeisterten Grüßen
wanderprediger

Peter Fox - Haus am See
-> Text: http://www.magistrix.de/lyrics/Peter%20Fox/Haus-Am-See-289957.html


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05.12.08

Grundlagen einer christlichen Wirtschaftsordnung

Die Finanzkrise und die zu erwartende Rezession haben tiefgreifende Zweifel an unserer Wirtschaftsordnung geweckt - die allerdings auch nicht sehr tief geschlafen haben. Die Vorschläge sind aber alle altbekannt und bewegen sich auf einer Skala, auf der die Lenkmöglichkeiten des Staates stufenlos gesteigert oder gesenkt werden. Da unsere derzeitige soziale Marktwirtschaft sich irgendwo zwischen den Extremen bewegt, bewegen sich beide Lager zu den Extremen und fordern entweder den Sozialismus oder die völlige Freigabe des Marktes.

Aber sind das wirklich die Alternativen? Muss man sich auf dieser Skala bewegen, auf der man sich nur zwischen Elend der Armen und Diktatur entscheiden kann oder einer beliebigen Mischung aus beidem?
Der Sozialismus verhindert jedes wirtschatliche Denken sowohl bei Bürgern als auch bei der Regierung, die irgendwie alle in kürzester Zeit bettelarm sind. Und in der freien Marktwirtschaft gibt es keine effektiven Mittel gegen die Kapital-Akkumulation, die wiederum die wirtschaftlichen Freiheiten der Ärmsten empfindlich beschneidet. Denn egal was man produzieren will, es gibt immer irgendwo ein Unternehmen dafür, dass jedes Gut zu einem Bruchteil des Preises in perfekter Qualität vertreibt. Wer sich selbstständig machen will kann in der Regel nicht viel mehr als seine Arbeitskraft anbieten und die ist nicht mehr viel wert, weil alle wichtigen Güter schon billig mit wenig Personalaufwand produziert werden. Die Triebfeder der wirtschaftlichen Entwicklung sind dabei die Banken, die das nötige Kapital zu Verfügung stellen. Unsere Wirtschaft lebt davon, dass Zinsnahme akzeptiert ist, was ja bis zur Reformation in Europa nicht der Fall war. Mit dem Geld steht dem Markt daher ein Gut zu Verfügung, das theoretisch unbegrenzt vermehrt werden kann, unabhängig von der technischen Entwicklung und der Arbeitskraft der Menschen ist. Es kann ohne nennenswerte Verzögerung um den Globus wandern und das in unbegrenztem Ausmaß. Da dieses Gut aber gleichzeitig das anerkannte Tauschmittel gegenüber allen anderen Gütern ist, nimmt der ganze Markt die Eigenschaften des Geldes an: jedes noch so große Unternehmen kann auf der ganzen Welt gekauft werden und eine beliebig große Menge kann sich theoretisch auf eine beliebig kleine Bevölkerungsgruppe konzentrieren. Durch die Finanzwirtschaft wird das Wirtschaftsleben erst leichtflüssig. Alle Eigenschaften des freien Marktes werden auf dem Gebiet der Geldwirtschaft ins Unbegrenzte gesteigert. Wenn es in der Wirtschaft gilt, dass derjenige mit dem höheren Kapital auch bessere Verkaufschancen hat, dann gilt das für das Geld im engeren Sinn noch mehr. Hier besteht ja die ganze Leistung in nichts anderem als darin, Geld zu besitzen. Je mehr man hat, desto mehr kann man damit verdienen (wenn man davon ausgeht, dass so Einflüsse wie Talent und Glück in der Bevölkerung einigermaßen nach dem Zufallsprinzip verteilt sind). Und zwar nicht nur beliebig viel sondern auch fast beliebig schnell - je mehr desto schneller. Das Ganze funktioniert naturgemäß nur eine zeitlang, wie man sich an einer einfachen Rechnung veranschaulichen kann, auf die mich ein Freund gestoßen hat: stellen wir uns vor, ein Vorfahre von uns hätte zu Lebzeiten Jesu einen Cent auf sein Sparbuch gezahlt und dort mit 2,5% verzinst. Was könnten wir dann heute erben? Mehrere Tausend €? Nein. Die korrekte Zahl lautet: 28.036.951.059.598.430.000,00 € (nach 2000 Jahren Laufzeit). Das ist ein Vielfaches des gesamten auf der Welt verfügbaren Geldvolumens. Es ist völlig offensichtlich, dass Zinsnahme daher nur für kurze Laufzeiten funktioniert und die Realität den Finanzmarkt in regelmäßigen Abständen in Form von Inflationen, Revolutionen, Kriegen und Währungsreformen einholen muss. Man darf sich über so etwas nicht wundern.

Als ich diese Zahl gehört habe, habe ich zum ersten Mal verstanden, wie klug es von Gott war, Zinsnahme zu verbieten… Mit diesem viel belächelten Mittel hat er nicht nur die Ausbeutung der Armen verhindert sondern auch dem Markt eine potente Schranke verpasst. Außerdem verbot er den Israeliten, ihren Grundbesitz zu verkaufen, der am Anfang gleichmäßig an die Sippen aufgeteilt wurde. Auf diese Weise hat er verhindert, dass eben jenes Gut, von dem es eben nur eine begrenzte Menge gibt - nämlich den Boden - , sich in den Händen weniger anhäuft (dass dies dann doch geschah, lag daran, weil sich offenbar viele nicht an dieses Verbot gehalten haben). Selbst der dümmste und faulste Mensch hatte so immerhin noch ein Grundkapital, dass ihm bei dem nötigen Fleiß ähnliche Verdienstchancen ermöglichte wie allen anderen.

Mit dieser Gesellschaftsordnung ist nicht der Staat der Lenker des wirtschaftlichen Geschehens sondern jeder Einzelne bzw. jede Familie. Durch die einfachen und überwachbaren Sanktionen, dass kein Grundstück verkauft werden und keine Zinsen erhoben werden dürfen, wird wirtschaftliches Arbeiten ermöglicht ohne die Gefahr einer unbegrenzten Kapitalakkumulation. Statt einer Revolution bräuchte man dann nur eine “Flurbereinigung” wie sich in der Landwirtschaft ohnehin in regelmäßigen Abständen und unter viel Gezank nötig ist. Alles Land würde unter den Familien aufgeteilt. Damit es aber nicht zu einer Aufteilung des Landes käme, die wieder die Lebensbedingungen innerhalb von wenigen Generationen vernichten, müsste man den Erbbesitz auf ein Kind (im AT der älteste Sohn) beschränken, das dafür für seine alten Eltern sorgen und seine Geschwister mit der Hälfte des Besitzes auszahlen muss.

Darüber hinaus gibt es im AT noch weitere Gesetze, die vor allem den Armen schützen sollten. Niemand sollte um sein lebesnotwendiges Kapital gebracht werden. Auf die entsprechenden Regeln will ich hier aber nicht im Einzelnen eingehen.

Die Vorstellung, dass der freie Markt sich von selbst reguliert und dabei allen den größten Nutzen bringt, ist der Evolutionstheorie entlehnt (die im gleichen Jahrhundert entwickelt wurde) und funktioniert weder in der Theorie noch in der Praxis. Denn so wie die Evolutionstheorie kalt einfach mit dem Tod der meisten Tiere rechnet, so rechnet der Markt mit dem Untergang der Ärmsten.


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18.11.08

Sind Sie Hesse?

Haben Sie sich eigentlich mal gefragt, wieviel Zeit Sie in den letzten Monaten mit der Regierungsbildung in Hessen verbracht haben? Vielleicht sind Sie Hesse, aber die meisten Deutschen sind keine Hessen und haben sich trotzdem damit beschäftigt. Klar, hier geht es auch um die Frage, wie man in Zukunft mit der “Linken” umgeht und welcher politischen Akzeptanz sie sich erfreut. Aber was hat das mit meinem Wahlverhalten zu tun? Ich wähle die Linke doch nicht, weil sie irgendwo in der Regierungsbildung in Hessen mitwuselt.
Wieviel Zeit haben Sie mit der Wahl in Amerika verbracht? Wieviel Zeit werden Sie in den nächsten Monaten mit nutzlosen Artikeln über Politker vor der Wahl verbringen? Natürlich bekommt man so einen Eindruck von den Personen, aber der ist völlig uninteressant. Entscheidend ist alleine das Parteiprogramm und der schlechteste Kandidat mit dem besten Partei-Programm wird meinen Vorstellungen viel näher kommen als der beste Kandidat eines absurden Programms. Also werde ich die Wahlvorbereitung wie gewohnt auch 2009 kurz halten: alle Parteiprogramm synchron vergleichen (gibt es vermutlich alle kostenlos im Internet also billiger als eine einzige Tageszeitung) und gut ist.

Sparen Sie Geld und Zeit und beschäftigen Sie sich doch mal mit den Themen, die wichtig sind und nicht mit den Themen, die Ihre Zeitung wichtig findet.


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04.11.08

Man liest wieder Marx

Zeitweise war “das Kapital” von Karl Marx seit der Finanzkrise vergriffen. Die Marxisten freuts und wir fragen uns: was erkennt man daran?
Interessieren sich die Deutschen jetzt auf einmal für volkswirtschaftliche Zusammenhänge? Dann gäbe es sicher Bücher, die ihnen hier besser weiter helfen könnten. Nein, die ernüchternde Antwort ist wohl eher, dass sich hier ein urdeutscher Reflex zeigt, der alle Hilfe vom Staat erwartet. Dieser Reflex funktioniert flächendeckend, schichtenübergreifend, altersunabhängig und unter dem Wohlwollen praktisch aller deutscher Medien.
Ich habe ja schon an anderer Stelle etwas darüber gelästert, dass ein Staat, der selbst kein Geld besitzt, den Finanzmarkt retten möchte. Besonders bizarr ist dieses ungebrochene Vertrauen aber wenn man bedenkt, dass gerade der deutsche Staat die seltene Leistung vollbracht hat, in einem einzigen Jahrhundert gleich zweimal bankrott zu gehen: nämlich 1923 und 1948 (Quelle: Wikipedia). Der marxistische Teil Deutschlands war dann in den 80er Jahren noch ein drittes Mal und nach nur etwa 40 jährigem Bestehen zahlungsunfähig. Woher kommt also das ungebrochene Vertrauen der Deutschen? Oder ist er doch nicht auf Deutschland beschränkt?

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30.10.08

Technik und Politik

Die technische Entwicklung beeinflusst unser Gehirn, sie prägt unseren Alltag, sie lässt Berufe sterben und aufblühen. Aber bisher wurde m.W. (ich lasse mich gerne eines Besseren belehren) wenig über ihren Einfluss auf die Politik nachgedacht.
Welche Auswirkungen hat es auf eine politische Kultur, wenn geistige Arbeit von elektronischen Helfern erledigt wird? Denn darum geht es ja: alles, was wir heute an Beispielen für moderne technische Entwicklung anführen würden, wären Beispiele, in denen es darum geht, das Gehirn zu entlasten. Elektronik entlastet unser Gehirn als Speicher, es entlastet uns von Recherchen, die Suchmaschinen für uns erledigen. Es entlastet uns vor unangenehmen Gedanken, indem wir Musik hören, gegen virtuelle Gegner spielen, oder Filme sehen - und zwar jederzeit und überall.
Spätestens, seit es mp3-Player gibt, muss niemand mehr Langeweile ertragen oder sich mit schweren Gedanken plagen, wenn er nicht will.

Welche Entwicklung wir durchgemacht haben, kann man am besten erkennen, wenn man sich die Aufmerksamkeitsspanne früherer Zuhörer vor Augen führt:

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08.10.08

Politische Paradiesvorstellungen

Jede Weltanschauung hat vermutlich ihren Traum vom Paradies: die Kommunisten träumen von der Zeit, in der die Menschen ohne Besitz miteinander lebten (allerdings auch ohne Staatseigentum…), die Naturmystiker träumen von der Zeit, bevor die Christen die Menschen von der Natur entfremdet hatten, die Nazis von der vermeintlichen Größe Deutschlands, bevor die Juden das Christentum gebracht haben, andere träumen von “früher” ohne es genauer zu datieren oder vom Leben wie im Naturzustand.
Diese Träume sind eine nicht zu unterschätzende Quelle der politischen Aktivität, denn bekanntlich ist ein positiver Reiz immer stärker als ein negativer, also Belohnung motiviert stärker als Strafe. Die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies nennt man in der Politik allerdings lieber “Vision” o.ä. Tatsächlich handelt es sich nach meiner Einschätzung allerdings immer um Vorstellungen, die im jeweiligen politischen Lager irgendwo in der Vergangenheit zu verorten sind.

Interessanterweise ähneln sich diese Vorstellungen irgendwie alle: immer leben die Menschen in Frieden miteinander und sich selbst. Das Leben erscheint immer irgendwie klar geregelt und die Menschen kennen keine Angst. Das klingt zu naiv? Finde ich auch, aber ich habe es in vielen Beschreibungen der Welt von “früher” so verstanden. Kein Wunder, dass es Leute gibt, die für diesen Zustand zu kämpfen bereit sind.

Wie sieht es aber mit dem Christentum aus, denn immerhin habe ich ihm den Begriff des “Paradieses” entlehnt? In der Bibel wird ein Paradies beschrieben, ein Garten mit den vier Strömen, in dem die Menschen ohne Scham und Schuld mit Gott in einer glücklichen Welt leben konnten.
Dass diese Zeit endete, war die Strafe für den Ungehorsam der Menschen (Gen 1-3) und hatte eine Konsequenz, die das christliche Paradies von allen anderen unterscheidet: Gott versperrte den Zugang durch die Cherubim (mächtige Engel), die mit flammendem Schwert ausgerüstet waren. Das Paradies war für immer verloren und kein Mensch sollte jemals wieder dortin zurück kehren.
Als Christ stehe ich daher immer etwas verloren zwischen dem wortgewaltigen Gequatsche von Visionen, dem “neuen Menschen", einer “neuen Gesellschaft” oder auch nur dem Kampf für eine bessere Welt. Nicht weil ich diese Ziele alle ablehne, sondern weil ich davon überzeugt bin, dass dadurch starke Sehnsüchte geweckt werden, die nicht erfüllt werden können und im besten Fall Politik-Müdigkeit hervorrufen, im schlechtesten aber einen gigantischen Hass auf die Bösewichte, die dem vermeintlichen Paradies im Wege stehen. Und die beiden größten Schreckens-Regime wurden auf einer Woge aus großen Erwartungen und Begeisterung getragen.
Eine christliche Partei wird niemals die gleiche Leidenschaft und Begeisterung unter ihren Anhängern hervorrufen können, wie eine rote, grüne oder braune Partei. Christen haben in dieser Welt nicht ihr Herz verloren und glauben auch nicht, hier das große Glück finden zu können.
Unser Heil hängt nicht von dem ab, was Menschen in dieser Welt erreichen können, sondern von dem, was ein Mensch bereits für uns getan hat: Wer glaubt, dass Jesus für seine Sünden gestorben ist, kommt nicht ins Gericht sondern kann in Frieden mit Gott leben, hier und nach dem Tod. Und er kann sich darauf freuen, dass Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen wird, die jeden menschlichen Traum von einem Paradies übersteigt.

Und das klingt zu fantastisch? Zunächst einmal klingt jede irdische Erlösungshoffnung fantastisch, denn politische Träumerei ist alt und ermüdend. Man muss sich schon sehr viel Mühe geben, dafür noch etwas Begeisterung aufzubringen - oder vielleicht sehr jung und unerfahren sein.
Aber man muss sich umgekehrt auch sehr viel Mühe geben, an dem Auferstehungsbericht Jesu eine Schwäche zu entdecken: er kann nicht nur symbolisch gemeint sein, weil er dafür viel zu detailiert geschildert wird. Er nützte damals auch keinem Jünger, weil der Glaube an Jesus alle Jünger einer brutalen Verfolgung ausgesetzt hat. Die weltweite Verbreitung des Christentums haben die ersten Christen nicht mehr miterlebt. Wer sich fragt, weshalb er gerade die Hoffnung der Christen an ein Leben nach dem Tod teilen sollte, findet die Antwort u.a. in den Berichten von der Auferstehung.


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03.10.08

Permalink 18:17:46, von Moorwackler E-Mail , 757 Wörter   German (DE)
Kategorien: Kultur, Deutschland, Sünde, Freiheit, Geschichte, Buße

Drei Tage der Deutschen Einheit

Bis zum kommenden Sonntag feiert Deutschland den “Tag der Deutschen Einheit". Ich war über das Ausmaß dieses Festes erstaunt, denn man darf nicht vergessen, dass bisher noch jedes Jahr einen 3. Oktober hat und bis zum jüngsten Tag vermutlich haben wird. Das wird auf Dauer ziemlich teuer, erst recht, wenn man wie ich den Verdacht hat, dass dieser Tag noch ausgebaut werden wird.

Zunächst muss man fragen, wodurch das verblüffende Interesse entstanden sein könnte, nun den Tag der Deutschen Einheit nicht nur mit einem Feiertag sondern auch einem grandiosen finanziellen Aufwand regelrecht zu inszenieren. Sind die Politiker auf einmal dankbar für den Untergang des Kommunismus oder halten sie es jetzt für besonders dringend vor ihm zu warnen? Dafür gibt es eigentlich wenig Anzeichen. Und was ist mit dem ganzen Spot über die “blühenden Landschaften"?
Erst recht ungriffig wird dieser Feiertag durch das Motto “Kulturnation Deutschland". Vermutlich wird es jetzt jedes Jahr ein anderes Motto geben, aber nie wird es um die ehemalige DDR oder die Wiedervereinigung gehen - davon gehe ich zumindest aus. Bei diesem Feiertag geht es also um nichts, zumindest um nichts anderes als den Staat selbst, der also jetzt jedes Jahr irgendwelche Facetten an sich feiern lässt.

Aber wieso? Soll das ein stiller Versuch sein, einen Schlussstrich zu ziehen, ohne offen über ihn zu diskutieren? Erwacht in Deutschland Vaterlandsliebe oder immerhin der Wunsch danach? Oder ist es einfach nur ein natürliches Verlangen von Politikern, die Menschen für den von ihnen gestalteten Staat zu begeistern?

Vielleicht ist es von allem ein bisschen. Aber ich vermute, dass es eigentlich noch um etwas anderes geht. Ich halte es für keinen Zufall, dass diese Entwicklung im gleichen Jahr einsetzt, in der in Deutschland auch der Einbürgerungstest eingeführt wurde. Ich halte es für Teil eines umfassenderen Versuchs, in Deutschland die Einheit der Gesellschaft durch die Verbindung von Religion und Politik zu sichern. Das klingt etwas verwegen, aber genau das steht hinter dem Konzept einer sog. “Zivilreligion". Ich mag das Wort nicht besonders, weil es so klingt, als ginge diese von den Bürgern aus, aber das ist eben nicht unbedingt der Fall, denn zunächst bedeutet es einfach, dass das öffentliche Leben mit seinen Institutionen sakrale Weihen erfährt. Der ganze öffentliche Pomp (vorfahrende Oberklasselimousinen, Fahnen hissen, Trompeten, roter Teppich…etc…) gehört hierhin, ist in Deutschland aber aus guten Gründen nie besonders exzessiv ausgestaltet worden. Amerika hat die Einheit der Gesellschaft immer und systematisch durch ein klares Bekenntnis zum Patriotismus angestrebt. Und die ganze Amerika-Polemik der letzten Jahre darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieses Modell in Deutschland langsam salonfähig zu werden scheint. Die Einführung eines Einbürgerungstestes war nur ein öffentlich diskutiertes und daher allgemein bekanntes Ergebnis dieser Überlegungen.
Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Jahren noch einen weiteren Feiertag erhalten, der dann nicht Bestandteil einer deutschen sondern einer europäischen Zivilreligion ist. Vermutlich wird es nicht der “Reformationstag” sondern eher ein “Tag der Aufklärung” o.ä. sein für den dann allerdings ein christlicher Feiertag gestrichen wird - denn es wird auf jeden Fall eine atheistische Zivilreligion.
Das Bestreben, die Gesellschaft auf nationale Themen einzuschwören, weil man das Christentum als Grundlage einer Gesellschaft nicht erträgt, ist nicht neu. Auch die Schweiz hat zeitweise versucht, an die Stelle des Wissens über biblische Geschichten bei den Kindern Wilhelm-Tell-Kitsch zu setzen und Nation. Die Nazis wollten deutsche Märchen - vor allem in der Grimm`schen Fassung - wieder verstärkt unter den Kindern populär machen und waren neben den Kommunisten überhaupt diejenigen, die hier am konsequentesten den Plan einer Zivilreligion betrieben haben. In beiden Fällen wurde der Staat Träger und Gestalter der herrschenden Religion, der alle anderen zur Treue verpflichtet waren.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Deutschland den Tag der Deutschen Einheit als Feiertag seiner Zivilreligion gewählt hat, denn dieser Tag hängt wie kein anderer mit beiden, mit Nationalsozialismus und Kommunismus, eng zusammen. Und gerade sie sind der Grund, weshalb man in Deutschland aber auch sonst bis zum jüngsten Tag das Thema “Zivilreligion” in der Mottenkiste lassen sollte.

Dabei haben wir allen Grund, die Einheit zu feiern. Wir können dankbar und beschämt über Gottes Gnade an unserem Land sein. Der Tag der Deutschen Einheit ist der richtige Zeitpunkt, um überall Dankgottesdienste zu feiern. Es ist ein schlechter Zeitpunkt, um die Deutschen mit Würstchenbuden und moderner Volksmusik an eine neue Selbstverliebtheit zu gewöhnen.


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30.09.08

Grüne Toleranz

Die katholische deutsche Bischofskonferenz hat sich vor Kurzem für den Bau von Moscheen “mit Maß” ausgesprochen. Ma hört das Zähneknirschen zwar deutlich heraus, wo offen nur von den Ängsten der Bewohner, aber nicht von den eigenen gesprochen wird, aber man sollte dieses Bekenntnis nicht zu niedrig hängen: hier stellt sich eine Religionsgemeinschaft offen dazu, anderen Religionen den benötigten Raum zu geben. Wo hat es das schon mal gegeben?

Diese Anmerkung erscheint mir dringend notwendig, denn die Erklärung der deutschen Bischöfe wird sonst eher als längst überfällig belächelt, und dafür gibt es keinen Grund. Denn gerade die Befürworter eines “Fahrplans” für die Gleichstellung des Islam, also die Grünen und andere Linke, fordern gleichzeitig die Anpassung an eine “Leitkultur"! Ja, Sie haben richtig gelesen. Volker Beck schreibt auf seiner Homepage über Integration u.a.:

“Der Begriff Leitkultur, wurde ursprünglich von Bassam Tibi in die politikwissenschaftliche Debatte eingeführt, um einen gesellschaftlichen Wertekonsens zu beschreiben ("Die Werte für die erwünschte Leitkultur müssen der kulturellen Moderne entspringen, und sie heißen: Demokratie, Laizismus, Aufklärung, Menschenrechte und Zivilgesellschaft.", vgl. Europa ohne Identität, 1998, S. 154). Er wurde vor allem von Friedrich Merz politisch auf die nationale Ebene verengt. Bündnis 90/Die Grünen haben diese “Leitkultur” immer kritisiert: Zu Recht.”

Klar, weil die eine Leitkultur grün und die andere christlich ist. Beck rühmt sich jetzt damit, nicht die christliche, sondern die grüne Leitkultur zu fordern. Er versucht die christliche Version als “nationale Verengung” abzukapseln, wobei er natürlich auch weiß, dass das Christentum eben nicht nur in Deutschland eine lange Geschichte hat. Möglicherweise hat er da selbst etwas national verengt. Es gibt keine objektiven Gründe, sich für die eine und gegen die andere Leitkultur zu stellen. Dieses Verfahren ist unehrlich und grenzt an Diffamierung.

Deswegen hat er auch grundsätzlich nichts gegen ein Bekenntnis von Einwanderern zur Verfassung, weil es “im Grunde richtig ist, die Bedeutung von Demokratie, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung der Geschlechter und Toleranz gegenüber Homosexuellen als Werte hervorzuheben.”
Hat er wirklich nicht gemerkt, dass es sich hierbei um einen grünen Zuschnitt handelt? Als Christ liebe ich zwar beispielsweise Demokratie, halte aber Homosexualität für eine furchtbare Sünde, die ein Staat auf keinen Fall dulden darf. Und die Gleichberechtigung der Geschlechter ist im Christentum nur soweit erwünscht und denkbar, wie sie nicht an der patriarchalen Grundordnung rührt, die im Christentum eben unverzichtbar ist.

Die Grünen haben also nur dann nichts gegen Multikulturalismus, solange er sich unter grüner Hoheit verwirklicht. Und so eine “Toleranz” ist wohl keine Kunst, oder? In vielen christlichen Kirchen gibt es entweder eine Bekenntnisgrundlage oder wenigstens das allgemeine Bekenntnis zur Heiligen Schrift, wodurch ebenfalls ein Rahmen für sehr verschiedene Gottesdienstkulturen abgesteckt wird. Nur haben Christen das nicht im großen Stil als besonders tolerant hervorgehoben. Es gehörte eher zum Alltag einer weltweiten Kirche, sich mit der Frage auseinander zu setzen, wie man das Evangelium in unterschiedlichen Kulturen lebt. Wobei Christen hier natürlich viele Fehler gemacht haben und vermutlich noch machen.
Toleranz ist aber eher dort interessant, wo man zusammen leben kann, obwohl es keine gemeinsamen weltanschaulichen Grundlagen gibt. Also Christen und Muslime können tolerant sein, indem sie sich nicht gegenseitig mit Gewalt überziehen. Innerhalb einer Kirche oder Moschee würde man nicht unbedingt von Toleranz reden, wenn die Menschen dort miteinander auskommen. Ebenso ist es recht billig, tolerant im Rahmen des eigenen Parteiprogrammes zu fordern.
Die Bischöfe sind also trotz allen Spotts toleranter als die Grünen, die sich nur für die Muslime einsetzen, die den grün-bürgerlichen Rahmen teilen. Denn dieser Rahmen ist erheblich enger als die Forderung der Bischöfe, den Bau “mit Maß” zu betreiben. Dadurch wird ledliglich ein äußerlicher Rahmen zugeschnitten - auch wenn ich von dem Sinn dieser Formulierung nicht überzeugt bin. Die Grünen fordern nicht weniger als den Umbau der muslimischen Gemeinde von einer derzeit faktisch partriarchalen zu einer modernen linken Gesellschaft.
Besonders nervig empfinde ich es, dass die Grünen für ihr Weltbild mittlerweile so blind zu sein scheinen, dass sie ihre Forderungen an die Menschheit als selbstverständlich und unhinterfragbar hinstellen und vermutlich wirklich so sehen - vermutlich würden sie am liebsten ihr ganzes Parteiprogramm im Grundgesetz aufnehmen lassen - und andere Positionen nur noch mit Borniertheit erklären können. Dass ihnen dieses Verhalten nicht als intolerant ausegelgt wird, liegt daran, dass sie bislang unhinterfragt die Deutungshoheit über den Begriff innehaben.
Aber das kann sich ja ändern…


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Bei uns in Deutschland sind die sympathischen Konservativen in der Regel Wertkonservative, die die Werte des christlichen Abendlands gegen den postmodernen Zeitgeist bewahren möchten … in den USA gibt es Konservative, die für einen Compassionate Conservatism also für einen mit den Armen "mitfühlenden Konservatismus" stehen ... und dort gibt es auch eine immer größer werdende Gruppe von wiedergeborenen Christen, die für ihr Land und ihre Regierung beten sowie für eine christlich fundierte Politik eintreten ... nennen wir sie einfach TheoKonservative oder kurz theocons. Wir, die Blogger von theocons.de sehen uns nicht unbedingt als konservativ im altdeutschen Sinne, sondern als deutsche amerika- und israelfreundliche Christen, die politisch interessierte Menschen in Deutschland wieder neu für den dreieinigen Gott, christliche Werte und ein biblisch fundiertes christliches Menschenbild als Grundlage für eine gute Politik gewinnen wollen.

Jesus Christus ist Herr!

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