„Am Anfang aller Linken Politik steht das Opfer. Jemand ist Unrecht widerfahren: Er wurde in seinen Rechten verletzt, ihm wurde vorenthalten, was ihm zusteht; man hat ihm den Respekt versagt, ihn beleidigt oder gedemütigt. (…) Nun geht es darum, Wiedergutmachung zu erlangen. Eine Kompensation für das Erlittene, eine Entschädigung. Das Opfer kann das nicht allein durchsetzen, es ist zu schwach, eben deshalb ist es ja zum Opfer geworden. Es braucht einen Interessenvertreter, einen Anwalt, der sich seiner annimmt und ihm zu seinem Recht verhilft. So kommt die Linke ins Spiel. (…) Die Linke war immer Anwalt der Schwachen, davon lebt ihr Ruf, darauf gründet ihr Selbstbild.“ (aus: Jan Fleischhauer, „Unter Linken“,Die Erfindung des Opfers – Die Linke bringt sich selbst in Stellung)
Ein eindrückliches Beispiel dafür wie man sich zum Anwalt vermeintlicher Opfer macht lieferte aktuell das NDR-Magazin Zapp. Hier der Link zu dem betreffenden Bericht:
George Tiller, der bekannteste und umstrittenste Abtreibungsarzt in den USA wurde vor seiner Kirche erschossen. Der mutmaßliche Mörder ist Scott Roeder. Die Welt nutzte am 1.6.09 die Gelegenheit, einen Bericht über christlichen Terrorismus zu schreiben. Hat sie recht?
Sie berichtet zwar darüber, dass auch die pro-lifer die Tat verurteilten, hält dies aber für “Lippenbekenntnisse” und “taktisches Bedauern". Über den Gründer von “Operation Rescue” schreibt sie:
Nur Randall Terry, Gründer von „Operation Rescue“, der radikalen Gruppe von Abtreibungsgegnern, die seit 1991 auf Tiller Jagd machte und Roeder eine ideologische Heimat gab, sei deutlich geworden: „George Tiller war ein Massenmörder. Wir trauern, dass er keine Zeit hatte, seine Seele darauf vorzubereiten, vor Gottes Antlitz zu treten. Aber ich mache mir mehr Sorgen, dass die Obama-Regierung Tillers Tötung dazu benutzen wird, ’Pro-Lifer’ einzuschüchtern.“
Leider erfährt man daraus nicht, was an der Organisation radikal ist und ob sie wirklich als “geistige Heimat” für Mörder von Abtreibungsärzten gelten kann. Auf jeden Fall stellt der Artikel einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Haltung zur Abtreibung, der religiösen Begründung und dem daraus folgenden Mord her. Sie bezeichnet Roeder als “Kreuzzügler", und sie weiß, dass “er wusste, dass das Auge des Herrn wohlgefällig auf ihm ruhte. Roeder betrieb amerikanischen Dschihad. Auge um Auge, alttestamentarisch, der Scharfrichter Gottes.”
Wir lassen die Seitenzugriffe auf unseren Blog durch Google-Analytics messen. Hier präsentieren wir Euch die 20 Artikel, auf die im Jahr 2007 am häufigsten zugegriffen wurde:
1. Die Klimalüge: Klimaskeptiker schlagen Alarm! [1.335]
2. Kostenloser Derek-Prince MP3-Predigt-Download auf Online-predigt.de gestoppt [670]
3. Der Große Schwindel um die Erderwärmung [460]
4. Neo-Atheismus : neue Fundamentalisten auf dem Vormarsch! [333]
5. Homosexuelle als Kanonenfutter des Kulturkampfes [213]
6. CDU ohne C - Christliche Kleinparteien fusionieren für Superwahljahr 2009! [147]
7. Christlicher Hexenwahn? [133]
8. Bist Du theokonservativ? [126]
9. Das Kopftuch [91]
10. MFC: Heiratsquote unter Christen ver1000fachen [77]
11. Ich genieße es den Teufel aufschreien zu hören! [59]
12. Ab wann besitzt der Mensch eine unantastbare Würde? [59]
13. Die Dekadenz der vierten Gewalt [56]
14. 11.06. 22:15 RTL Der große Klima-Schwindel [45]
15. Naturmystik - Die neue Religion [43]
16. Christliches Bauchaufschneiden? [37]
17. Marilyn Manson von Dämonen besessen … [35]
18. Waren die Nazis familienfreundlich? [32]
19. Die wissenschaftliche Widerlegung der Evolutionslehre von Charles Darwin [32]
20. Schafft die Entwicklungshilfe ab! [31]
Link: http://hpd-online.de/node/1211
Schlaglichtartig machte uns DER SPIEGEL mit seinem Titel “Gott ist an allem Schuld! Der Kreuzzug der neuen Atheisten” Ende Mai klar, dass sich etwas geändert hat in der Lufthoheit über den Seelen Deutschlands. Und nicht nur in Deutschland - weltweit blasen die sogenannten “neuen Atheisten“, oft auch “Brights” genannt zum Angriff auf alles Religiöse.
Obwohl das Thema “Vormarsch der Gottlosen” mittlerweile schon in Polylux bei Deutschlands zehnmalklugen Popkultur-Diva Tita von Hardenberg genüßlich zelebriert wurde, scheint es trotzdem wohl mehr als ein Sommer-Hype zu werden.
Die Helden der Bewegung sind Christopher Hitchens, Daniel Dennett, Michel Onfray, Sam Harris. Nicht zu vergessen der neue Atheisten-Papst und Erfinder der Meme Richard Dawkins. In Deutschland spielt die Giordano Bruno Stiftung eine Schlüssel-Rolle, denn hier findet man die Crème de la Crème der deuschen Atheisten.
Man will also nichts weniger, als nun endlich - ohne lange zu fackeln - die Aufklärung vollenden … Auf dass alle Atheisten werden!
Und bist Du nicht willig … hört man da die neuen atheistischen Fundamentalisten schon flüstern.
Diese ganze Welle kommt dabei mit einem ausgesprochen intoleranten, aggressiven Habitus daher. Woher kommt diese Wut? Kann man den Amerikanern bis heute nicht den 11. September 2001 verzeihen, den in dieser Frage wohl entscheidenden Wendepunkt der Geschichte. Ist wieder mal der wiedergeborene G. W. Bush oder sind gar die vorlauten, immer frecher werdenden Kreationisten und intelligenten Designer Schuld? Oder reibt man sich “nur” an den eifernden Islamisten aus dem Karikaturenstreit und dem entstehenden Großkalifat Eurabia?
Ich denke es gibt eine verworrenes Konglomerat von Ursachen. Ich werte den neuen Atheismus hauptsächlich als eine Art Massen-Verschwörung gegen die in den Feuilletons vielbeschriebene Rückkehr der christlichen Religion. Mit staunenden Augen mußten ansonsten selbstsichere Intellektuelle mit ansehen, wie sich beispielsweise eine immer größer werdende Menge von Jugendlichen wieder vermehrt christlich geprägten konservativen Werten und … was für sie am allerschlimmsten war … dem Papst zuwandte. Die Religion sollte doch absterben … Das Gegenteil war jedoch der Fall. Um so stärker wuchs die Wut und der Hass der Atheisten. Ein großer Teil der Wut, die durch islamistische Eiferer entsteht wird gerne bevorzugt an den Christen abgearbeitet [-> TAZ, was bist Du feige!]
Sehr schön fasst das Markus Reder von der katholischen Tagespost zusammen: “Solche Attacken sind ein sicheres Indiz dafür, dass die Rückkehr der Religion kein Feuilleton-Phänomen ist, sondern Realität. Es geht nicht darum, eine machtvolle Renaissance des Christentums herbeizureden. Doch da ist etwas in Bewegung geraten. Das zeigen gerade diese Angriffe. Wo der Glaube wächst, da wachsen auch Widerstände. Für Christen ist das weder neu noch erschreckend: Nicht der Atheismus ist der Verstehensschlüssel für das 21. Jahrhundert, sondern die Religion.”
Ich persönlich finde einen weiteren Aspekt noch ausgesprochen wichtig. Viele Blogger aus dem christlich-neokonservativen Spektrum verbünden sich auf dem Gebiet der Islamismus-Kritik gerne mit den USA-freundlichen Libertären … und gerade hier gibt es eine riesengroße Schnittmenge zur “neuen Atheismus-Szene". Mir gefällt das nicht, aber das ist das gute an dem Thema “neuer Atheismus” … hier kann man die manchmal sehr verschwommenen Standpunkte sehr scharf voneinander getrennt darstellen.
Wir werden auf dieses Thema hier daher in Zukunft einen besonderen Schwerpunkt legen.
… Zumal wir theocons ja mittlerweile selber im Zentrum der atheistischen Angriffe stehen ;-)
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger