| « Norman Rockwell's Faith of America | Gründe für die Wahl christlicher Kleinparteien » |
Das Bundesministerium für Justiz hat eine Studie in Auftrag gegeben, in der die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften untersucht werden sollte. Das Ergebnis war: den Kindern geht es nicht schlechter, wichtig ist nur die Qualität der Beziehung zu den Eltern, nicht deren sexuelle Orientierung.
Die Frankfurter Rundschau fand das Ergebnis gleich so vorhersehbar, dass sie ein bisschen genervt tat, dass so eine Frage überhaupt gestellt wird, aber immerhin sei ja jetzt auch dem Letzten klar, dass man Homosexuelle nicht die Adoption vorenthalten oder sie in irgendeiner Form schlechter als andere Paare stellen dürfe.
Genau das war auch schon vorher das Anliegen von Frau Zypries. Wie konnte sie so sicher sein, dass eine wissenschaftliche Studie sich so passgenau in ihr politisches Profil fügt? Die folgende kleine Kritik könnte den Teil einer Antwort liefern.
Fortsetzung:
Leider ist m.W. nicht die ganze Studie im Internet kostenlos abrufbar, sondern nur eine “ausführliche Zusammenfassung“.
Ich kann die Kritik kurz fassen:
Die Studie lässt erstens niemanden der Befragten darüber im Unklaren, was der Sinn der Studie ist. Von den Befragten, haben sich zwar im Vergleich zu anderen Studien relativ viele gemeldet, aber sie sind immer noch ein kleiner Teil der Gesamtheit. Es war also ein Aufruf in der Art: wer von euch möchte sich mal zu der Qualität seiner Erziehungsleistung äußern? In so einem Fall muss man von einer Vorauswahl ausgehen. Auf diese Möglichkeit wird in der “ausführlichen Zusammenfassung” leider nicht hingewiesen. Besser wäre eine Befragung von Kindergärtnerinnen, die über die Absichten der Untersuchung im Dunklen gelassen würden.
Zweitens werden vor allem die Eltern befragt, ob ihre Kinder z.B. auffällig seien. Die Schwierigkeiten, die es gibt, werden entweder mit Diskriminierung erklärt oder der belastenden Vorgeschichte, denn zahlreiche Kinder in sog. “Regenbogenfamilien” (obwohl sie ja gerade nicht bunter sind…) haben schon eine Scheidung ihrer leiblichen Eltern hinter sich. Es ist natürlich völlig korrekt, diese Faktoren herauszurechnen. Aber man fragt sich auch ein bisschen, wie man bei der Befragung hätte herausbekommen können, dass die Kinder durch den fehlenden Elternteil einen Schaden erleiden. Hat irgendjemand erwartet, dass die Paare anrufen, um zu Protokoll zu geben, wie ungünstig ihre Lebensweise für ihre Kinder ist?
Drittens erwähnt die Studie, dass ein erstaunlich großer Teil der Paare, die sich zum Interview meldeten, einen höheren Bildungsgrad besaßen. Offenbar kam den Forschern aber nicht der Gedanke, dass es sich dabei um eine verzerrte Stichprobe handelt. Sie hätten nämlich auch nur heterosexuelle Beziehungen mit dem gleichen Bildungsprofil vergleichen dürfen, die darüber hinaus natürlich über das gleiche Auswahlverfahren an dem Interview hätten teilnehmen können.
Diese Mängel sind keine Schönheitsfehler, sondern machen aus der “Studie” leider nur wissenschaftlichen Klamauk.
Wenn jemand weiß, wo man die komplette Studie kostenlos und legal herunterladen kann, dann bin ich für den Hinweis dankbar.