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„Am Anfang aller Linken Politik steht das Opfer. Jemand ist Unrecht widerfahren: Er wurde in seinen Rechten verletzt, ihm wurde vorenthalten, was ihm zusteht; man hat ihm den Respekt versagt, ihn beleidigt oder gedemütigt. (…) Nun geht es darum, Wiedergutmachung zu erlangen. Eine Kompensation für das Erlittene, eine Entschädigung. Das Opfer kann das nicht allein durchsetzen, es ist zu schwach, eben deshalb ist es ja zum Opfer geworden. Es braucht einen Interessenvertreter, einen Anwalt, der sich seiner annimmt und ihm zu seinem Recht verhilft. So kommt die Linke ins Spiel. (…) Die Linke war immer Anwalt der Schwachen, davon lebt ihr Ruf, darauf gründet ihr Selbstbild.“ (aus: Jan Fleischhauer, „Unter Linken“,Die Erfindung des Opfers – Die Linke bringt sich selbst in Stellung)
Ein eindrückliches Beispiel dafür wie man sich zum Anwalt vermeintlicher Opfer macht lieferte aktuell das NDR-Magazin Zapp. Hier der Link zu dem betreffenden Bericht:
Fortsetzung:
Fangen wir mit unserer kleinen Analyse mal hinten an:
Da stellt man, völlig ohne Kontext, einen Halbsatz von Ulrich Parzany in den Raum, wo er was darüber sagt „die Gesellschaft zu verändern“. (Ausgerechnet Parzany, dessen Proprium nun wirklich nur Evangelisation ist)
Man weiß überhaupt nicht wie er das genau gemeint hat und in welchen Zusammenhang das gesagt wurde, aber für Zapp ist es Grund genug die große evangelikale Verschwörungstheorie zu konstruieren: „Die Gesellschaft verändern- Vielleicht sei der Glaube nur ein Vorwand.“
Und dann kommt U. Birnstein, von dem man nur mal ein Buch zu dem Thema gelesen haben muss um zu wissen, dass der wirklich alles was auch nur ein bisschen *fromm* riecht abgrundtief hasst, kein bisschen differenziert und auch vor übelster Hetze nicht zurückschreckt.
Dieser U. Birnstein, meint nun auch zu wissen, dass es der Evangelischen Allianz vielleicht gar nicht um Glauben geht, sondern um politische Macht.
Und natürlich kommt das böse F-Wort: “Alles Fundamentalisten in der Evangelischen Allianz.”
Der Fundamentalismusvorwurf ist die brutalste Waffe der religiösen Linken- ein immer sehr beliebtes Allzweckmittel in der Auseinandersetzung mit Andersglaubenden.
Den Fundamentalismus gilt es zu bekämpfen. Vor ihm muss man dringend warnen.
Aber dabei bleibt oft unklar was eigentlich Fundamentalismus sein soll, denn der Fundamentalismusbegriff sehr schwammig. Ähnlich wie der Begriff “Sekte” ist auch der Fundamentalismusbegriff wenig definiert.
Einschlägige Bücher, die sich dieser Frage widmen, geben das auch unumwunden zu. In den Medien wird der Fundamentalismus-Vorwurf aber vermutlich gerade deshalb als Keule gegen Andersglaubende benutzt.
Ist erst einmal jemand mit dem Label “Fundi” behaftet gilt er schon als Extremist, als engstirniger Reaktionär. Nur kurz ist der Schritt Fundamentalisten als gewalttätig einzustufen.
Da werden dann auch mal völlig anonyme Morddrohungen, von denen man nicht mal weiß ob es sie wirklich gab, den Evangelikalen und indirekt auch der Evangelischen Allianz angekreidet.
Dabei sprechen schon die wenigen Zitate aus den angeblichen Morddrohungs-Mails gegen eine evangelikale Urheberschaft.
Wenn in einer Mail steht: „Es wird der Tag kommen, an dem ihr alle hängen werdet, ihr Hochverräter“, dann hört sich das nicht nach einem evangelikalen Inhalt, sondern nach einem politischen Inhalt an.
In dieser Schülerzeitung geht es ja nicht explizit nur um evangelikale Christen, sondern auch um eine multikulturelle Gesellschaft, und deswegen könnte es genauso sein, dass diese Mail einen rechtsextremistischen Hintergrund hat. Dazu würde auch die Titulierung “Hochverräter” viel besser passen.
Tatsache ist und bleibt daher, dass Morddrohungen unter Evangelikale weder üblich sind, noch gutgeheißen werden.
Das Diktat der Postmoderne
Die Gegner des Fundamentalismus vertreten nun meist als Gegenkonzept einen konsequenten Pluralismus. Dieser Pluralismus schließt von vorne herein Wahrheit aus.
“Es gibt keine objektive Wahrheit” ist das Credo der Postmoderne. Von der Aufklärung her kommend, werden alle Glaubenssätze als irrational empfunden. Nur dem Verstand billigt man zu im gesellschaftlichen Diskurs zu eigenen(!) Wahrheiten zu gelangen. Niemals aber akzeptiert man objektive, vorgegebene Wahrheit die für alle gilt.
Aber auch wenn sich der postmodernen Mensch nur seines Verstandes bedienen will, also vollkommen Rationalist sein möchte, birgt dieses Konzept schon einen irrationalen Kern in sich, denn die Aussage: “Es gibt keine objektive Wahrheit!” ist schon ein Glaubenssatz. Dieser Glaubenssatz hat die Qualität eines unhinterfragbaren Axioms und damit einen zutiefst dogmatischen (!) Charakter.
Es ist wirklich eine Ironie, dass gerade viele Kritiker des Fundamentalismus selbst ein unhinterfragbares Fundament besitzen. Freilich ist dieses Fundament meist wenig spezifisch und besteht oft nur aus einem schwammigen Humanismus. Aber dennoch hat es einen fundamentalistischen Charakter. Auch der schärfste Gegner des Fundamentalismus setzt sich (willkürliche) sein eigenes dogmatisches Fundament!
Das Fundament der Christen hingegen ist nicht willkürlich gesetzt, sondern liegt in der Gestalt der geschichtliche Offenbarung in Christus vor (vgl. Hebr. 1,1ff. und Joh. 1,1ff.). Gott hat sich offenbart in Raum und Zeit und er hat uns sein Botschaft zukommen lassen durch Augenzeugen. Gott wurde Mensch in Christus und starb am Kreuz von Golgatha für die Sünden der Welt. Hier liegt der Grund dafür, dass wir an das glauben was wir nicht sehen (vgl. Hebr. 11,1ff.).
Seit der Aufklärung versucht man uns zu erklären, dass Geschichtlichkeit bedeute, das man die Wahrheit der Schrift relativieren müsse. Aber das widerspricht explizit der Bibel, denn sie berichtet von historischen Fakten die geglaubt werden sollen (vgl. Joh. 20, 30f.). Die Historizität im Zusammenhang mit der Offenbarung Gottes ist daher positiv zu werten und nicht negativ. Die Bibel ist kein Koran sondern sie ist Gottes irrtumsloses Wort welches durch Menschen in Raum und Zeit aufgeschrieben worden ist.(vgl. 2. Tim. 3,14ff.)
Eine zunehmend postmodern-pluralistische Gesellschaft toleriert aber nicht einmal mehr den Anspruch der Bibel objektive Wahrheit zu enthalten. Als Christen werden wir damit Konfrontiert uns einem Dialog der Religionen zu unterwerfen, der von uns verlangt, die Wahrheit der Bibel zu relativieren. Dieses ist aber nicht möglich, da es unserem Fundament widerspricht.
Wir sehen also wie hier Fundamente aufeinanderprallen. Der Christ verkündet das Evangelium und der postmoderne Mensch fühlt sich angegriffen weil er allein die Behauptung, es gäbe mehr als bloße Meinungen, für arrogant hält. In der Konsequenz bedeutet dies, dass alle Evangelikalen, die sich nicht dem Diktat der Postmoderne unterwerfen, als fundamentalistisch diffamiert werden.
Auf dieser Linie liegt auch der Zapp Bericht
Die Hetzer als Opfer
Besonders perfide an dem Zapp Bericht ist, dass die anti-evangelikalen Hetzer sich selbst zu Opfer erklären, wenn Evangelikale sich wehren.
Das klappt wunderbar und lässt sich auch fast beliebig steigern: Je mehr und schlimmer man hetzt, desto mehr wehren sich die Evangelikalen, was dann wiederum dazu genutzt wird selbst den Opferstatus noch mehr ein zu nehmen und die Evangelikalen als noch schlimmer darzustellen usw. usf.
Es wird auch de facto gar nicht zwischen dubiosen, anonymen Morddrohungen einerseits und ganz normalen Meinungsäußerungen (Leserbriefe, Blogs, Beschwerden etc.) andererseits, wie sie aus dem Bereich der Evangelischen Allianz kommen, unterschieden.
Das alles wird so nebeneinander gestellt und als ineinander verwoben betrachtet als wäre es ein Teil einer einzigen Kampagne. Eine solche Darstellung ist nichts weiter als Manipulation.
Und auch was die Medien angeht ist es doch völlig normal, dass auch Evangelikale sich ihrer bedienen. Das gehört mit zu dieser freiheitlich demokratischen Grundordnung und ist nichts weiter als Ausübung der Religionsfreiheit.
Ferner ist Bibel.tv von dem man Ausschnitte zeigte keineswegs nur evangelikal, sondern da verbreitet u.a. auch eine Ruth Lapide als bibelkritische-jüdische Theologin ihre Ansichten.
Bei Zapp erscheint zudem die Evangelische Allianz als völlig monolithischer Block, als so eine Art Zentrale der politisch-evangelikalen Weltverschwörung.
Aber was ist die Evangelische Allianz eigentlich? Sie ist doch nur ein eher loser, ökumenischer Zusammenschluss verschiedener evangelischer Kirchen und Freikirchen. Und in ihr findet sich zudem ein sehr breites und buntes Spektrum an Meinungen und Prägungen. Mir persönlich nicht selten sogar zu breit und zu bunt.
Dieser Bericht, zu dem man noch viel mehr schreiben könnte, ist daher von vorne bis hinten nichts weiter als anti-evangelikale Hetze:
Uninformiert, manipulativ, reißerisch, unseriös.
Als solcher ist er eben auch ein weiteres Vorzeichen des Umschlags
Mit freundlichen Grüßen
Marc
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