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Wie kann eine pluralistische Gesellschaft einen Schurkenstaat kritisieren?

24.01.08

Wie kann eine pluralistische Gesellschaft einen Schurkenstaat kritisieren?

Ich habe mal eine Talkshow gesehen, in der es ausnahmsweise nicht um die Frage ging, ob man im Stehen pinkeln darf, sondern darum, ob wir mehr Moral brauchen. Es wurde zwar nicht geklärt, wer “wir” ist, welche Moral man zur Auswahl hat und wer jetzt für deren Durchsetzung wie sorgen soll, aber das hat offenbar niemanden davon abgehalten, sich das Gemüt wund zu debattieren.
U.a. gehörte auch ein Alt-68er zu den Diskussionteilnehmern, der Moral auf jeden Fall für entbehrlich hielt. Mit einer Einschränkung: “klar, es sei denn, jemand ist jetzt ein Neonazi!” Im Publikum gab es zu dieser Ausnahmeregelung beifälliges Gemurmel und die Moderatorin nickte, wenigstens darauf konnte man sich einigen. Aber was ist das für eine seltsame Ethik: man kann machen was man will, solange man kein Nazi ist? Mit dieser Ethik kann man doch wohl kaum den Nationalsozialismus beurteilen, denn die Nazis selbst kannten diese Regel noch nicht.

Aber so überspitzt dämlich die These des Alt-68er war, so verbreitet scheint sie zu sein. Der Nationalsozalismus ruft Abscheu hervor aber die Deutschen haben sich nie einer Alternative zugewandt! Also bloß keine Ethik, aber auf keinen Fal ein Nazi sein.
Vielmehr ist der Nationalsozialismus selbst zu einer Anti-Ethik geworden, oder besser “zu einem Tabu". So kommt es, dass die Menschen ihre Söhne nicht mehr “Adolf” nennen, der Seitenscheitel und Schnäuzer aus der Mode gekommen sind und mit allen denkbaren politischen Mitteln Hakenkreuze und andere Nazi-Symbole aus der Öffentlichkeit verbannt werden aber kaum einer spontan sagen kann, nach welcher Ethik er die Nazis eigentlich verurteilt!

Es scheint mir daher eine wichtige Aufgabe der Christen zu sein, den Nationalsozialismus bewusst anhand von Gottes Geboten zu beurteilen. Auf diese Weise können wir dazu beitragen, dass nicht durch eine bürgerlich-oberflächliche Betrachtung Gutes (z.B. die Familie) verloren geht und Böses (z.B. der Körperkult, um nur mal ein vergleichsweise harmloses Beispiel zu nehmen) unbemerkt übernommen wird, und wir können eine Alternative zum leicht verführbaren Geist des Bürgertums hochhalten.
Der Geist des Widerstandes in der Kirche bezog seine Kraft gerade nicht aus dem bürgerlichen Empfinden, sondern aus dem Wort Gottes. Und so muss es auch bei der Aufarbeitung des Nationalsozialismus bleiben.

1 Kommentar

Kommentar von: Hartmut Slomski [Besucher]
Hartmut SlomskiDie heutige Bundesrepublik ist doch wohl ebenfalls ein Schurkenstaat! Die zeigte sich doch wohl spätestens bei der Einführung von HartzIV durch die vorangegangene rot-grüne Regierung; und zeigt sich weiterhin in der jetzigen schwarz-roten Großen Koalition!
09.09.08 @ 14:05

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Bei uns in Deutschland sind die sympathischen Konservativen in der Regel Wertkonservative, die die Werte des christlichen Abendlands gegen den postmodernen Zeitgeist bewahren möchten … in den USA gibt es Konservative, die für einen Compassionate Conservatism also für einen mit den Armen "mitfühlenden Konservatismus" stehen ... und dort gibt es auch eine immer größer werdende Gruppe von wiedergeborenen Christen, die für ihr Land und ihre Regierung beten sowie für eine christlich fundierte Politik eintreten ... nennen wir sie einfach TheoKonservative oder kurz theocons. Wir, die Blogger von theocons.de sehen uns nicht unbedingt als konservativ im altdeutschen Sinne, sondern als deutsche amerika- und israelfreundliche Christen, die politisch interessierte Menschen in Deutschland wieder neu für den dreieinigen Gott, christliche Werte und ein biblisch fundiertes christliches Menschenbild als Grundlage für eine gute Politik gewinnen wollen.

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