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Neo-Atheismus : neue Fundamentalisten auf dem Vormarsch!

18.06.07

Neo-Atheismus : neue Fundamentalisten auf dem Vormarsch!

Link: http://hpd-online.de/node/1211

Schlaglichtartig machte uns DER SPIEGEL mit seinem Titel “Gott ist an allem Schuld! Der Kreuzzug der neuen Atheisten” Ende Mai klar, dass sich etwas geändert hat in der Lufthoheit über den Seelen Deutschlands. Und nicht nur in Deutschland - weltweit blasen die sogenannten “neuen Atheisten“, oft auch “Brights” genannt zum Angriff auf alles Religiöse.
Obwohl das Thema “Vormarsch der Gottlosen” mittlerweile schon in Polylux bei Deutschlands zehnmalklugen Popkultur-Diva Tita von Hardenberg genüßlich zelebriert wurde, scheint es trotzdem wohl mehr als ein Sommer-Hype zu werden.
Die Helden der Bewegung sind Christopher Hitchens, Daniel Dennett, Michel Onfray, Sam Harris. Nicht zu vergessen der neue Atheisten-Papst und Erfinder der Meme Richard Dawkins. In Deutschland spielt die Giordano Bruno Stiftung eine Schlüssel-Rolle, denn hier findet man die Crème de la Crème der deuschen Atheisten.

Man will also nichts weniger, als nun endlich - ohne lange zu fackeln - die Aufklärung vollenden … Auf dass alle Atheisten werden!
Und bist Du nicht willig … hört man da die neuen atheistischen Fundamentalisten schon flüstern.

Diese ganze Welle kommt dabei mit einem ausgesprochen intoleranten, aggressiven Habitus daher. Woher kommt diese Wut? Kann man den Amerikanern bis heute nicht den 11. September 2001 verzeihen, den in dieser Frage wohl entscheidenden Wendepunkt der Geschichte. Ist wieder mal der wiedergeborene G. W. Bush oder sind gar die vorlauten, immer frecher werdenden Kreationisten und intelligenten Designer Schuld? Oder reibt man sich “nur” an den eifernden Islamisten aus dem Karikaturenstreit und dem entstehenden Großkalifat Eurabia?
Ich denke es gibt eine verworrenes Konglomerat von Ursachen. Ich werte den neuen Atheismus hauptsächlich als eine Art Massen-Verschwörung gegen die in den Feuilletons vielbeschriebene Rückkehr der christlichen Religion. Mit staunenden Augen mußten ansonsten selbstsichere Intellektuelle mit ansehen, wie sich beispielsweise eine immer größer werdende Menge von Jugendlichen wieder vermehrt christlich geprägten konservativen Werten und … was für sie am allerschlimmsten war … dem Papst zuwandte. Die Religion sollte doch absterben … Das Gegenteil war jedoch der Fall. Um so stärker wuchs die Wut und der Hass der Atheisten. Ein großer Teil der Wut, die durch islamistische Eiferer entsteht wird gerne bevorzugt an den Christen abgearbeitet [-> TAZ, was bist Du feige!]
Sehr schön fasst das Markus Reder von der katholischen Tagespost zusammen: “Solche Attacken sind ein sicheres Indiz dafür, dass die Rückkehr der Religion kein Feuilleton-Phänomen ist, sondern Realität. Es geht nicht darum, eine machtvolle Renaissance des Christentums herbeizureden. Doch da ist etwas in Bewegung geraten. Das zeigen gerade diese Angriffe. Wo der Glaube wächst, da wachsen auch Widerstände. Für Christen ist das weder neu noch erschreckend: Nicht der Atheismus ist der Verstehensschlüssel für das 21. Jahrhundert, sondern die Religion.”
Ich persönlich finde einen weiteren Aspekt noch ausgesprochen wichtig. Viele Blogger aus dem christlich-neokonservativen Spektrum verbünden sich auf dem Gebiet der Islamismus-Kritik gerne mit den USA-freundlichen Libertären … und gerade hier gibt es eine riesengroße Schnittmenge zur “neuen Atheismus-Szene". Mir gefällt das nicht, aber das ist das gute an dem Thema “neuer Atheismus” … hier kann man die manchmal sehr verschwommenen Standpunkte sehr scharf voneinander getrennt darstellen.
Wir werden auf dieses Thema hier daher in Zukunft einen besonderen Schwerpunkt legen.
… Zumal wir theocons ja mittlerweile selber im Zentrum der atheistischen Angriffe stehen ;-)
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

5 Kommentare

Kommentar von: Moorwackler [Mitglied] E-Mail
MoorwacklerEin Wahn unterscheidet sich vom Glauben soweit ich sehe in mehrfacher Hinsicht:
1. an dem Wahn wird auch gegen Beweise festgehalten. Der Beweis, dass es keinen Gott gibt, ist wohl kaum zu erbringen, tatsächlich wäre sonst sowohl der Glaube wie der Unglaube zu einem potentiellen Kandidaten für einen Wahn.
2.er ist eine Fehlbeurteilung der Realität (also nicht des Jenseits über die auch der Psychiater nichts sagen kann)
3. der an einem Wahn Leidende kann sich zu dem Gedanken, sein Wahn sei eben ein Wahn i.d.R. nicht kritisch distanziert auseinandersetzen.

Vgl.: http://www.psychosoziale-gesundheit.net/seele/wahn.html
15.07.08 @ 14:45
Kommentar von: Hartmut Slomski [Besucher]
Hartmut SlomskiHallo, Moorwackler!
Es läßt sich aber eindeutig auch kein Beweis erbringen, daß es einen Gott gibt! Doch es sind schließlich die Gläubigen, welche ständig behaupten, es würde einen geben, dies in den Köpfen ihrer Mitmenschen verbreiten wollen, die diesbezüglichen Beweis jedoch schuldig bleiben. Wie also kommen sie darauf es würde einen Gott (oder auch verschiedene Götter) geben?
Bereits deshalb kann doch ein diesbezüglicher Unglaube gar kein Kandidat für einen Wahn sein! Denn die Ungläubigen halten doch demzurfolge nicht an ihrem Unglauben fest, obwohl die Gläubigen diesbezüglichen Beweis erbracht hätten! Stattdessen verschließen sich doch die Gläubigen jedlicher logischen und sachlichen Argumentation, sofern diese gegen ihren Glauben gerichtet ist.
Somit ist doch der Glaube eindeutig eine Fehlbeurteilung der Realität; und nicht der Unglaube. Denn der Unglaube kritisiert ja die fehlenden Beweise für den Glauben.
Somit sind doch die Gläubigen unfähig sich kritisch damit auseinanderzusetzen!
19.07.08 @ 17:54
Kommentar von: Moorwackler [Mitglied] E-Mail
MoorwacklerHallo Harmut,

die genannten Gründe habe ich ja auch angeführt um zu zeigen, dass der Begriff "Wahn" in beiden Fällen unangebracht ist, also für den Christen wie den Atheisten.
Was die Fähigkeit angeht, Argumente ernstzunehmen, die dem eigenen (Un-)Glauben widersprechen, kannst du dir leicht selbst ein Bild verschaffen, indem du mal in den entsprechenden Foren beider Seiten den Kritiker mimst und die Reaktionen vergleichst. Nach meinen Erfahrungen bekleckern sich Atheisten hier auch nicht gerade mit Ruhm, auch wenn ich nie auf die Idee gekommen wäre, ihnen deswegen einen Wahn zu unterstellen.

Eine Diskussion über Gottesbeweise wollte ich hier allerdings nicht vom Zaun brechen...


MfG
Moorwackler
20.07.08 @ 08:03
Kommentar von: Michael Blume [Besucher] E-Mail
Michael BlumeWenn Richard Dawkins als evolutionsbiologisch argumentierender Zoologe menschliche Merkmale als "Wahn" bezeichnet, so müsste er eine Schädigung des betroffenen Organismus nachweisen können.

Dies gelingt ihm jedoch nur anekdotisch, nicht aber empirisch. Denn die Evolutionsforschung zur Religiosität zeigt deutlich: Religiosität ist weltweit insgesamt erfolgreicher. So heiraten religiös vergemeinschaftete Menschen durchschnittlich eher und haben durchschnittlich mehr Kinder, geben also ihre Gene durchschnittlich erfolgreicher weiter (und Zölibatäre wirken als Helfer am Nest, das (Familien-)Leben ihrer ganzen Gemeinden stärkend).

Anstatt also Angst vor den "Neuen Atheisten" zu kultivieren, kann ich gerade auch glaubenden Menschen nur empfehlen, Naturwissenschaft als Chance zu begreifen. Verstecken muss sich der Glaube dabei längst nicht mehr!
24.11.08 @ 17:01
Kommentar von: Antiatheist [Besucher] E-Mail
AntiatheistDer atheistische Fundamentalismus ist an atheistischen Bücher, Kampagnen an Fahrzeugen mit atheistischer Propaganda und an einer ideologisierten Atheismus-Meinung zu erkennen.
Der fanatische, chauvinistische, antitheistische und antiagnostische
Atheismus-Bewegung durch Dawkins vertreten.
Die kindische Meinung Gott sei ein grausames Wesen.
Der Atheismus beruht auf fehlerhaften Erkenntnissen.
Das Fundament der Informatik ein kompliziertes Programm wird von einem Entwickler herrgestellt.
Kosmologisch gesehen: Kann nicht alles durch Zufälle entstanden sein.
Biologisch gesehen: Kann aus toter Materie nihts Lebendes entstehen.
Psychologisch gesehen: Ist Atheismus spiritualitätslos und ist mit Unzufriedenheit, Depressionen und Scheidungs und Selbstmordraten verbunden.
Philosophisch gesehen: Erkennt man bei tiefer gehender Betrachtung das oberflächliches Philosophieren wenn ein ewig exestierendes Universum ist hochkompliziert wie sollte die Struktur so eines ewigen Universums aussehen Fragen die Atheisten offen lassen die Gottesfrage kann man allerdings auch offen lassen.
Evolution und Religionen können vereint werden dann gäbe es keinen Platzt für Atheismus.
26.08.09 @ 16:05

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