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Luigi Luca Cavalli-Sforza ist Professor für Genetik an der Stanford-University in Kalifornien. Er beschäftigt sich in seiner Forschung u.a. mit der Enwicklung globaler menschlicher Stammbäume. An dieser Stelle möchte ich nur auf ein Zitat hinweisen, weil es für Kreationisten sehr vergnüglich ist:
“Die hypothetische Urmutter sollte also lange vor der Trennung in eine afrikanische und eine asiatische Menschenlinie gelebt haben. Daß die Medien sie “Eva” genannt haben, war eher irreführend, denn sicherlich gab es zu keinem Zeitpunkt nur eine einzige Menschenfrau [sic!]. Aber es läßt sich eben nur die eine mitochondriale Erblinie zurückverfolgen - wir wissen nicht, wie viele ausgestorben sind.”
(aus “Spektrum der Wissenschaft. Die Evolution der Sprachen, S. 23, Artikel erschien 1992)
Über die Frage, ob am Beginn der Erblinie möglicherweise auch nur ein Mann steht, sozusagen ein Mann und eine Frau, sagt er vorsichtshalber gar nichts. Denn das wäre wirklich irritierend.
Mission und Kolonialisierung gingen lange Zeit, viel zu lange, Hand in Hand. Um so erfreulicher ist es zu sehen, wie Mission neben ihrem eigentlichen Anliegen, den Menschen zuzurufen, dass sie in Frieden mit Gott leben können, auch eine ganz menschliche dienende Funktion hat. In dem Spektrum Heft “Die Evolution der Sprachen” schreibt der Autor des letzten Beitrags über das Massenaussterben von Sprachen und den damit einhergehenden Kulturverlust für schätzungsweise 70 bis 90% (!) aller Sprachen und zu ihnen gehörenden Kulturen. Wer eine Sprache erhalten wolle, müsse die Sprachpraxis erhalten, nicht nur die Kenntnis einer Sprache. Und hierzu schlägt er vor:
“Eine Maßnahme, die Sprachpraxis aufrechtzuerhalten, besteht darin, die Bibel zu übersetzen und zu drucken.”
Auch von Ethnologen, die Missionare von Haus aus nicht leiden können (aber immer gerne ihre Flugzeuge benutzen…), weil sie ihr lebendes Museum zerstören, geben zu, dass es für viele Menschen ein sehr erhebendes Gefühl ist, zum ersten Mal die eigene Sprache in gedruckter Form vor sich zu sehen. Man muss dazu sagen, dass viele Neuübersetzungen der Bibel vor dem Problem stehen, dass sie mit schriftlosen Sprachen zu tun haben. Sie müssen also zunächst ein Alphabet entwickeln und schaffen so die notwendige Voraussetzung, die Sprache überhaupt zu lehren und das sprachliche Wissen zu transportieren. Aber der größte Nutzen besteht für die Angehörigen der Sprache selbst, die es als eine große Wertschätzung erleben, ein Buch in ihrer Sprache zu lesen.
Aber ist das nicht nur ein Nebeneffekt, der weder eigentlich beabsichtigt ist, noch die tatsächliche und gewollte Änderung der jeweiligen Kultur aufwiegen kann?
Ja, es ist ein Nebeneffekt, denn das Hauptanliegen der Mission ist tatsächlich die Verkündigung des Evangeliums, wobei die gleiche Liebe, die Menschen zu dieser Verkündigung auf die Straße treibt, den Menschen auch körperlich helfen möchte, wenn sie den Bedarf sieht. Wer die Krankenhäuser der Missionstationen zählt, wird schnell merken, dass Christen hier bei weitem nicht das billigste Mittel gewählt haben, um einfach möglichst viele Menschen zu überzeugen.
Was den zweiten Punkt angeht: die jeweiligen Kulturen werden sich durch die Aufnahme des Christentums ändern, weil Kultur und Religion zusammen hängen. Die Menschen werden zwar nicht ihre Jagd- und Anbautechniken verändern, sie werden vermutlich ihre Ernährung beibehalten und ihre Familien- und Dorfstruktur, aber sie werden natürlich nicht mehr Amulette herstellen, die sie vor den Angriffen böser Geister schützen sollen und sie werden ihrem Dorf-Schamanen auch nicht mehr glauben, dass ihr ausbleibender Jagderfolg nur mit (bezahlten) Tipps zur rituellen Reinigung vermieden werden kann. Teilweise gibt es das übrigens auch in der Entwicklungshilfe, wobei man dann von “Aufklärung” spricht, was für die Veränderung der Kultur aber keinen Unterschied macht. Einen größeren Unterschied macht es aber durchaus, wenn mit dem Hunger auch gleich noch das Patriarchat abschaffen und die Abtreibung einführen möchte. Hier noch ein Link zu der deutschen Reaktion.
Wer also der Mission vorwirft, Kulturen zu zerstören, weiß vermutlich weder etwas über Mission, noch über “Entwicklungshilfe".
AUF-Partei
[auf-partei.de] Gründung des Landesverbandes Berlin
Bücher
[crosswalk.com] Amy E. Black: Beyond Left and Right
Die Linke
[achgut] Henryk M. Broder: Autoritäre Opportunisten von links
Eva Hermann
[pro] Eva Herman bei “Spring": Über Karriere und Familie
Evangelikale
[merkur.de] Evangelische Allianz - Tragbalken des Protestantismus
Familie
[pro] In “Cicero": “Der Staat greift nach der Familie”
Gender Mainstreaming
[idea] Prof. Günter Rohrmoser: Deutschland arbeitet an „biologischer Selbstabschaffung“
[WELT] Gerhard Amendt: Jeder setzt sich selbst die Grenzen
George W. Bush
[WELT] Richard Herzinger: In zentralen Fragen hat sich Bush beim Nato-Gipfel doch durchgesetzt
Homosexualität
[idea] Christliche Therapiezentren: Wir bedrängen Homosexuelle nicht
Irak
[WELT] Richard Herzinger: Amerikaner vom Erfolg ihres Konzepts überrascht
Iran
[anti-anti-americanism.com] International Iran-conference in Berlin
Islamisums
[PI] PI-Interview mit Hans-Olaf Henkel
Italien
[blogkon] Zefirelli über die Kulturhegemonie der Linken
Kreationismus
[WELT] Till-r. Stoldt: Der Allmächtige erobert den Bio-Unterricht
Lobpreis
[crosschannel.de] CrossCharts?
Mormonen
[bodenpersonal] Die “polygamistische Sekte”
Neo-Atheismus
[pro] Britischer Philosoph: Was Atheisten im Schilde führen
Prophetien
[idea] Vorsicht bei ausländischen Prophetien über Deutschland
US-Evangelikale
[taz] Marcia Pally: Der Wandel der Evangelikalen
[christiantoday.com] Bill Hybels: The DNA of effective leadership
[christianitytoday.com] Yes, Nominal Evangelicals Exist
US-Wahl
[nyt] Maureen Dowd: Hillary or Nobody
[charismamag.com] Drew Dyck: The Preacher Who Dared to Be President
[commentarymagazine.com] Peter Wehner: The High Cost of Hillary
Die Frage, welchen Schutz Embryonen ab wann genießen sollten, wird in vielen Texten zum Thema Stammzellforschung mit der Frage verknüpft, wann Leben beginnt. Aber in diesem Punkt scheint es wissenschaftlich wenig Unklarheit zu geben: der befruchtete Embryo ist ein Lebewesen. Die Frage ist vielmehr, wann er ein Mensch ist. Und tatsächlich wird die Debatte auch erst an dieser Stelle lebhaft. Hier wird dann auf Aristoteles verwiesen, der vermutete, dass der Mensch zunächst eine Pflanzenseele, dann eine Tierseele und wenn er ein Junge ist, mit 40 Tagen eine Menschenseele ist. Mädchen werden erst nach 90 Tagen zu Menschen. Die 90 Tage waren u.a. ein Grund dafür, die Abtreibung bis zum dritten Monat zu legalisieren. Aus unerfindlichen Grünen wählt man bei der Stammzelldebatte eher den Wert für die Jungen und denkt über 40 Tage nach.
Andere sehen im Embryo erst einen Menschen, wenn er sich nicht mehr zu Zwillingen entwickeln kann (wegen der Individualität des Menschen), andere fordern ein Mindestmaß an Intelligenz und warten, bis sich das Gehirn entwickelt hat. Allen Ansätzen ist gemein, dass sie wissen, worüber sie sprechen: über menschliche Embryonen. Es geht immer um die Frage, wann man einem menschlichen Embryo Würde zukommen lässt, aber niemand fragt, was ein menschlicher Embryo ist - hier herrscht schlichte Klarheit. Und damit ist schon die ganze Widersprüchlichkeit der Debatte umrissen, denn wenn man wirklich die Würde eines Menschen an Eigenschaften knüpfen wollen würde, dann müsste man manchem Tier mehr Würde als manchem (z.B. behinderten) Menschen zubilligen. Würde wäre nicht mehr an die biologische Gattung gebunden. Aber obwohl in der Debatte unausgesprochen das Wissen darüber, was ein menschlicher Embryo ist, vorhanden ist, der offenbar durch sein Menschsein einen anderen Schutz verdient als Tiere, fragt man sich darüber hinaus, ab wann er denn nun “wirklich” ein Mensch sei, also wann er bestimmte Merkmale aufweist, die ihn als Menschen gelten lassen. Daher ist die Debatte um die Legalisierung der Stammzellforschung schon pure Heuchelei, bevor sie begonnen hat. Die “Lösung", zu der sich der Bundestag jetzt durchgerungen hat, spiegelt dies einfach wieder: am meisten Stimmen hat der Vorschlag erhalten, den Stichtag zu verschieben. Damit ist auf jeden Fall klar, dass kein einziger Ansatz zur Festlegung der Menschenwürde berücksichtigt wurde, denn dass diese erst an einem bestimmten Termin dem Menschen zugesprochen wird, hat noch nie jemand behauptet. Die Entscheidung ist ein Zeugnis für das Unvermögen einer Regierung, die sich von Gottes Geboten verabschiedet hat, transzendente Werte zu sichern, selbst dort, wo sie den Bedarf sieht.
Ich möchte hier nur kurz auf die Probleme eingehen, die durch den Ansatz entstehen, der einem Menschen Würde erst zuspricht, wenn bestimmte Merkmale erkennbar sind:
Würde, die von Eigenschaften abhängt ist erstens verlierbar und zweitens graduierbar. D.h. ein Mensch, der eben noch Würde besaß, kann sie durch einen schweren Unfall verlieren. “Graduierbar” bedeutet, dass es ein Mehr oder Weniger an Würde geben kann, so wie ja auch die notwendigen Eigenschaften mehr oder weniger ausgeprägt sind. D.h. Männern würde durchschnittlich eine größere Würde zugesprochen als Frauen, weil sie durchschnittlich einen höheren IQ besitzen, ein Philosophie-Professor, der besonders über sein Menschsein reflektiert, besitzt eine höhere Würde als ein Mathematik-Professor und Europäer besäßen vermutlich mehr Würde als Indianer. Das ist wohl kaum eine Position, über die man ernsthaft nachdenken möchte…
In der Bibel gibt es mehrere Stellen, die für diese Frage fruchtbar sind: die Ebenbildlichkeit des Menschen (wobei wir von Gott ja gerade kein Bild besitzen und dies gar nicht vergleichen können!), David sagt, dass schon seine Urform von Gott gesehen wurde (also genau das, was der Forscher im Labor dann unter den Augen Gottes zerlegt) und letztlich jede Stelle, in der es um den Schutz der Armen und Schwachen, der Frauen und Kinder, der Witwen und Fremden und Kranken geht. Sie sind ein lebendiges Zeugnis für die Würde des Menschen, die gerade nicht nachweisbar und nicht an Eigenschaften festzumachen ist sondern dem Menschen transzendent von Gott zukommt. Eine Regierung, die sich von dem christlichen Weltbild lossagt, wird keinen Zugang mehr zum Gedanken der Menschenwürde finden. Dafür hat der Bundestag erneut den Beweis angetreten.
Einen ausführlicheren Artikel zu diesem Thema gibt es in diesem Blog unter der Überschrift “Ab wann besitzt der Mensch eine unantastbare Würde?“.
Eine umfangreiche Linkliste zum Thema gibt es bei der ALFA.
Christenverfolgung
2008/03/14 [WELT] Thomas Schmid: Müde Christen: Der Tod eines chaldäischen Erzbischofs im Irak
George W. Bush
2008/03/21 [achgut] David Harnasch: Gut über Böse
Irak-Krieg
2008/03/19 [WELT] Thomas Schmid: Erfolg im Irak
2008/03/19 [PI] Joachim Steinhöfel: Irak - fünf Jahre später
Israel
2008/03/19 [WELT] Richard Herzinger: Deutschlands israelische Zukunft
US-Wahlkampf: Barack Obama
2008/03/16 [epd/jesus.de] Barack Obama distanziert sich von seinem Pastor
2008/03/19 [FAZ] Katja Gelinsky: “Wie Sprüche eines alten Onkels”
2008/03/20 [AEI] Abigail Thernstrom: Subtle, Serious, Patriotic
Russland
2008/03/21 [idea] Gorbatschow gibt sich als Christ zu erkennen
Der Vatikan hat mit seiner Entscheidung, eine alte Karfreitagsfürbitte wiedereinzuführen, für den zu erwartenden Aufruhr gesorgt: “Lasst uns auch beten für die Juden, auf dass Gott unser Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus als den Retter aller Menschen erkennen.”
Die Reaktionen waren schroff, berechenbar und müssen hier nicht im Einzelnen aufgelistet werden.
Die Homepage der “Tagesschau” bietet noch eine Erläuterung, in der die Aussage des Papstes in eine lange Reihe von antisemitischen Stereotypen gestellt wird.
Nun versteht man unter “Antisemitismus” die grundsätzliche Ablehnung der Juden oder des Judentums. Also es wäre kein Antisemitismus, wenn man jemanden wegen seines Verhaltens im Straßenverkehr kritisiert, der zufällig Jude ist, aber durchaus, wenn man jemandem ein Klischee wie “Wucherer” zuschreibt, nur weil er Jude ist.
Die Frage ist nun: war die Aussage des Papstes antisemitisch? Hat er mit seiner Bitte um Erleuchtung der Juden seine Ablehnung der Juden zum Ausdruck gebracht? Ich kenne natürlich die Gedanken des Papstes und derjenigen nicht, die für diese Entscheidung verantwortlich waren, aber die Bitte ist aus mehreren Gründen schwerlich als antisemitisch einzustufen:
1. Dass Juden nicht an Jesus als den Messias glauben und Christen sehr wohl, ist kein Klischee sondern eine schlichte Tatsache. Auch in Deutschland werden Juden damit leben müssen, ob es ihnen gefällt oder nicht.
2. In dieser Bitte kommt keine Besonderheit - auch keine vermeintliche - der Juden zum Ausdruck, sondern sie könnte so in dieser Form für alle Menschen gelten. Alle Menschen brauchen Jesus, die Juden sind Menschen und daher brauchen Juden Jesus. An dieser Stelle muss man sich allerdings fragen, weshalb der Vatikan dann die Bitte speziell an die Juden adressiert hat. Ich hoffe, dass er dafür gute Gründe hatte (besodere Nähe der Christen zum Judentum?), aber Geschickt war es mit Sicherheit nicht.
3. In der Bitte kommt keine Feindschaft oder Ablehnung zum Ausdruck, sonst müsste man jedem Missionar unterstellen, dass er die Menschen, für die er seine Existenz aufs Spiel setzt, als Feinde betrachtet oder zumindest ablehnt. Und selbst erklärte Gegner von Missionsarbeit werden sich zu so einer Aussage wohl kaum versteigen.
Man kann eher sagen, dass jeder, der für die Juden betet, gerade keine feindseligen Gedanken gegen sie haben kann. Es waren doch nicht die Leute, die glaubten, den Juden etwas Gutes - nämlich das Evangelium von Jesus Christus - geben zu können, welche dann zu Gewalt gegen Juden aufgerufen haben, sondern vielmehr diejenigen, die befürchteten, durch Juden etwas zu verlieren und sie zu einer Bedrohung stilisierten.
4. Und überhaupt müsste man jedem Antisemitismus vorwerfen, der seine eigene Weltanschauung dem Judentum vorzieht. Und wer würde in Deutschland ernsthaft von Antisemitismus reden, wenn ein “bright” (also unsere erleuchteten Freunde) das Judentum als Religion ablehnt?
Unabhängig davon muss man sich auf fragen, wie erfolgreich die Bemühungen sein können, “Antisemitismus” zu bekämpfen, denn der Begriff ist historisch geprägt und kann auch nur für historische Vorwürfe verwendet werden. Aber was nützt es einem Juden, wenn der Papst nicht für ihn beten darf, er aber Deutschland als Verbündeten derjenigen erlebt, die Israel das Existenzrecht absprechen, nur weil dieses Verhalten zufällig nicht als “antisemitisch” eingestuft wird?
Der Vorwurf des Antisemitismus ist in diesem Fall also nicht nur ein Kampf gegen Tatsachen, sondern auch ausgesprochen bigott.
Die Geschichte spielt während der babylonischen Gefangenschaft. Daniel war einer der weggeführten Juden, der aufgrund seiner herausragenden Klugheit zu einem der wichtigsten Berater des Königs wurde. Der folgende Text ist er einzige Bericht über die letzten Stunden des babylonischen Reiches:
“König Belsazar machte ein herrliches Mahl für seine tausend Mächtigen und soff sich voll mit ihnen. Und als er betrunken war, ließ er die goldenen und silbernen Gefäße herbringen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem weggenommen hatte, damit der König mit seinen Mächtigen, mit seinen Frauen und mit seinen Nebenfrauen daraus tränke. Da wurden die goldenen und silbernen Gefäße herbeigebracht, die aus dem Tempel, aus dem Hause Gottes zu Jerusalem, weggenommen worden waren; und der König, seine Mächtigen, seine Frauen und Nebenfrauen tranken daraus. Und als sie so tranken, lobten sie die goldenen, silbernen, ehernen, eisernen, hölzernen und steinernen Götter.
Im gleichen Augenblick gingen hervor Finger wie von einer Menschenhand, die schrieben gegenüber dem Leuchter auf die getünchte Wand in dem königlichen Saal. Und der König erblickte die Hand, die da schrieb. Da entfärbte sich der König und seine Gedanken erschreckten ihn, sodass er wie gelähmt war und ihm die Beine zitterten. Und der König rief laut, dass man die Weisen, Gelehrten und Wahrsager herbeiholen solle. Und er ließ den Weisen von Babel sagen: Welcher Mensch diese Schrift lesen kann und mir sagt, was sie bedeutet, der soll mit Purpur gekleidet werden und eine goldene Kette um den Hals tragen und der Dritte in meinem Königreich sein. Da wurden alle Weisen des Königs hereingeführt, aber sie konnten weder die Schrift lesen noch die Deutung dem König kundtun. Darüber erschrak der König Belsazar noch mehr und verlor seine Farbe ganz, und seinen Mächtigen wurde angst und bange. Da ging auf die Worte des Königs und seiner Mächtigen die Königinmutter in den Saal hinein und sprach: Der König lebe ewig! Lass dich von deinen Gedanken nicht so erschrecken und entfärbe dich nicht! Es ist ein Mann in deinem Königreich, der den Geist der heiligen Götter hat. Denn zu deines Vaters Zeiten fand sich bei ihm Erleuchtung, Klugheit und Weisheit wie der Götter Weisheit. Und dein Vater, der König Nebukadnezar, setzte ihn über die Zeichendeuter, Weisen, Gelehrten und Wahrsager, weil ein überragender Geist bei ihm gefunden wurde, dazu Verstand und Klugheit, Träume zu deuten, dunkle Sprüche zu erraten und Geheimnisse zu offenbaren. Das ist Daniel, dem der König den Namen Beltschazar gab. So rufe man nun Daniel; der wird sagen, was es bedeutet.
Da wurde Daniel vor den König geführt. Und der König sprach zu Daniel: Bist du Daniel, einer der Gefangenen aus Juda, die der König, mein Vater, aus Juda hergebracht hat? Ich habe von dir sagen hören, dass du den Geist der heiligen Götter habest und Erleuchtung, Verstand und hohe Weisheit bei dir zu finden sei. Nun hab ich vor mich rufen lassen die Weisen und Gelehrten, damit sie mir diese Schrift lesen und kundtun sollen, was sie bedeutet; aber sie können mir nicht sagen, was sie bedeutet. Von dir aber höre ich, dass du Deutungen zu geben und Geheimnisse zu offenbaren vermagst. Kannst du nun die Schrift lesen und mir sagen, was sie bedeutet, so sollst du mit Purpur gekleidet werden und eine goldene Kette um deinen Hals tragen und der Dritte in meinem Königreich sein. Da fing Daniel an und sprach vor dem König: Behalte deine Gaben und gib dein Geschenk einem andern; ich will dennoch die Schrift dem König lesen und kundtun, was sie bedeutet. Mein König, Gott der Höchste hat deinem Vater Nebukadnezar Königreich, Macht, Ehre und Herrlichkeit gegeben. Und um solcher Macht willen, die ihm gegeben war, fürchteten und scheuten sich vor ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen. Er tötete, wen er wollte; er ließ leben, wen er wollte; er erhöhte, wen er wollte; er demütigte, wen er wollte. Als sich aber sein Herz überhob und er stolz und hochmütig wurde, da wurde er vom königlichen Thron gestoßen und verlor seine Ehre und wurde verstoßen aus der Gemeinschaft der Menschen, und sein Herz wurde gleich dem der Tiere und er musste bei dem Wild hausen und fraß Gras wie die Rinder und sein Leib lag unter dem Tau des Himmels und wurde nass, bis er lernte, dass Gott der Höchste Gewalt hat über die Königreiche der Menschen und sie gibt, wem er will. Aber du, Belsazar, sein Sohn, hast dein Herz nicht gedemütigt, obwohl du das alles wusstest, sondern hast dich gegen den Herrn des Himmels erhoben, und die Gefäße seines Hauses hat man vor dich bringen müssen, und du, deine Mächtigen, deine Frauen und deine Nebenfrauen, ihr habt daraus getrunken; dazu hast du die silbernen, goldenen, ehernen, eisernen, hölzernen, steinernen Götter gelobt, die weder sehen noch hören noch fühlen können. Den Gott aber, der deinen Odem und alle deine Wege in seiner Hand hat, hast du nicht verehrt. Darum wurde von ihm diese Hand gesandt und diese Schrift geschrieben.
So aber lautet die Schrift, die dort geschrieben steht: Mene mene tekel u-parsin. Und sie bedeutet dies: “Mene,” das ist, Gott hat dein Königtum “gezählt” und beendet. “Tekel,” das ist, man hat dich auf der Waage “gewogen” und zu leicht befunden. “Peres,” das ist, dein Reich ist “zerteilt” und den Medern und “Persern” gegeben. Da befahl Belsazar, dass man Daniel mit Purpur kleiden sollte und ihm eine goldene Kette um den Hals geben; und er ließ von ihm verkünden, dass er der Dritte im Königreich sei.
Aber in derselben Nacht wurde Belsazar, der König der Chaldäer, getötet.”
(Daniel 5)
Und aus Babylonien wurde innerhalb einer einzigen Nacht Persien.
Die Hierarchie zwischen Mann und Frau wird im NT nicht nur mit dem Schöpfungsbericht (1. Tim 2,13 vor dem Fall und 1.Tim 2,14 nach dem Fall) begründet, sondern auch mit dem Verhältnis des Menschen zu Gott.
Der Mann ist Abglanz Gottes, die Frau Abglanz des Mannes (ebenfalls eine kulturübergreifende Argumentation mit dem Schöpfungsbericht, hier nach 1. Kor 11,7-11).
Noch wichtiger ist die Stelle in Eph. 5,23: “Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist…”
Dies kann man im Zusammenhang mit der Anforderung an Älteste lesen, dem eigenen Haus gut vorzustehen (1.Tim 3,4). So wird deutlich, dass der “christliche Feminismus” entweder die Ordnung in der Familie abschaffen oder umkehren muss. Nun ist die Ehe aber ein Bild für unsere Beziehung zu Gott oder zu Christus, wie folgende Stellen belegen:
Jes 61,10 Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt.
Jes 62,5 Denn wie ein junger Mann eine Jungfrau freit, so wird dich dein Erbauer freien, und wie sich ein Bräutigam freut über die Braut, so wird sich dein Gott über dich freuen.
Jer 2,2 Geh hin und predige öffentlich der Stadt Jerusalem und sprich: So spricht der HERR: Ich gedenke der Treue deiner Jugend und der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir folgtest in der Wüste, im Lande, da man nicht sät.
Da also die Ehe ein Bild für die Beziehung zwischen Gott/Christus und der Gemeinde ist, stellt der Feminismus das Evangelium in Frage.
Denn wie sollte jemand das Bild hassen und das Original lieben können? Ein Christ wird in dem Verhältnis von Mann und Frau -und hier gerade in dem ungleichen Verhältnis- an seinen Erlöser erinnert. Umgekehrt stört sich der Feminismus an der Erlösungsbedürftigkeit des Menschen und der Rolle Christi als unseres Retters, der sich für uns hingibt, weil es ihn an das Rollenmodell zwischen Mann und Frau im Patriarchat erinnert. Es ist daher kein Wunder, dass Feministinnen an Paulus nicht nur seine Texte über die Ehe kritisieren, sondern auch und noch ausführlicher seine Erläuterungen der Gnade (vgl. hierzu das Buch “Paulus", hg. von Claudia Janssen).
Eine beliebte Stelle des “christlichen Feminismus” ist Gal 3,28: “Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.” Allerdings geht es hier erstens nur um getaufte Christen (V.27), zweitens und vor allem geht es um das Erbe Abrahams (V.29), und das treten Frauen selbstverständlich ebenso an wie Männer.
Wer daraus ein Argument gegen jede Form von Autorität ableiten möchte, denn nur dann wäre es konsequent, muss erklären, weshalb Abraham zwar der Vater des Glaubens aber nicht der Vater der Anarchie war.
In Vorratsräumen oder Küchenregalen kann man - wenn man Pech hat - zarte Fäden auf Haferflocken, Müsli, Nudeln etc beobachten, und wenn man die Packung genauer untersucht, findet man viele kleine weiße sich windene Maden. Es handelt sich dabei vermutlich um die Kinderstube einer Mottenart, die man sich leicht einfängt (weil die Eier schon in neuer Ware enthalten sein können) aber recht schwer wieder loswird. Es gibt eigentlich nur ein Verfahren, dass zwar etwas langwierig ist, aber ziemlich verlässlich zum Ziel führt:
Man füllt zunächst alle kohlenhydrathaltigen Lebensmittel in feste Behälter und stellt Mottenfallen auf. Diese bestehen aus einer klebrigen kleinen Korkscheibe, die mit dem Sexuallockstoff der Mottenweibchen getränkt ist. Die Mottenmännchen riechen das, und bleiben an dem Leim kleben, während die Mottenweibchen ihre Eier vermutlich zum Frühstück essen. Innerhalb von wenigern Wochen lässt sich mit dieser Methode die Reproduktionsrate wirkungsvoll bis auf Null reduzieren.
Es hat mich ehrlich beeindruckt, dass man von einem Tier gezielt ein bestimmtes Hormon ananlysieren und industriell anfertigen kann. Ist das nicht ein beeindruckendes Beispiel dafür, um wieviel intelligenter Menschen als Motten sind?
Die “Welt” berichtet heute über ein Kinderheim auf der Kanalinsel Jersey, das die Frage aufkommen lässt, ob die Horrorbericht alter Heime wirklich überholt sind, oder ob heute nur weniger Interesse an den Kindern des Staates besteht.
Wo der Staat versagt, kann nur privates Engagement greifen. Für christliche Kirchen gäbe es hier ein Aufgabengebiet, dessen Umfang noch im Dunkeln liegt, denn zunächst müsste man versuchen, das tatsächliche Ausmaß der Missstände auch an deutschen Kinderheimen zu ermitteln. Ob der Blick der Öffentlichkeit genügt, um die Missstände zu beseitigen, wird sich zeigen. Vermutlich dürfen Kirchen auf Dauer nicht damit zufrieden sein, dass der Staat soziale Aufgaben übernimmt, sondern müssen dies wieder als ihren ureigensten Bereich erkennen.